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Mit 34 PS durch die Wüste

3.000 Teilnehmer, 1.500 Autos, 10 Tage, 6.000 km – das ist Europas größte Studenten-Rallye, die 4L Trophy. Drei Jahre sind vergangen, seitdem das letzte Team des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts (DFHI/ISFATES) an der berühmten Rallye durch die Wüste teilgenommen hat. Am 15. Februar 2018 ist es wieder soweit: Tausende Studierende aus ganz Europa starten mit ihren Renaults R4, dem Kultauto der 1970er und 80er Jahre, im französischen Biarritz und werden zehn Tage später das 6.000 Kilometer entfernte Ziel Marrakesch in Marokko erreichen. Die Rallye ist nicht nur ein sportliches Abenteuer, sondern gleichzeitig ein solidarischer Akt: Bei ihrer Fahrt über Schotterstraßen und Sandpisten transportieren die Teilnehmer Schul- und Sportmaterial für marokkanische Kinder sowie Lebensmittel für die Organisation „4L Solidaire“.

Für das DFHI/ISFATES gehen 2018 die Studenten Victor Leiterholt und Thibault Vanheeghe an den Start. Mit einem Kompass, einer Karte und einem Roadbook ausgestattet werden sie versuchen, den kürzesten Weg zum Ziel zu finden. Das notwendige Auto besitzen sie schon länger. Für 400 Euro kaufte Hobbybastler Victor Leiterholt im April 2016 einen alten R4, ursprünglich um ihn in seiner Freizeit zu restaurieren. Die Idee, mit dem Auto an der 4L Trophy teilzunehmen, kam erst später: „Irgendwann habe ich erfahren, dass das DFHI die Teilnahme an der Rallye finanziell unterstützt. Da habe ich Thibault gefragt, ob wir nicht gemeinsam als Team mitmachen möchten“, erzählt Victor. Der fand die Idee klasse und sagte direkt zu.

Victor Leiterholt und Thibault Vanheeghe haben viele Gemeinsamkeiten: Die beiden Franzosen haben einen Teil ihrer Kindheit in Deutschland verbracht, sind von der deutschen Kultur geprägt und auch die Leidenschaft für Autos und Mechanik verbindet sie.

Anfang 2017 ging das Projekt „Spirit of Morocco“ dann richtig los. „Wir haben uns für die Rallye angemeldet, eine Website erstellt und uns auf Sponsorensuche begeben. Wir haben sogar extra einen Verein gegründet, damit wir Spendenquittungen ausstellen können“, berichtet Thibault.

 

 

In den Osterferien begann schließlich der mehrmonatige Restaurierungsprozess. In vielen Arbeitsstunden haben die zwei Maschinenbau-Studenten den alten R4 in der Garage von Victor Leiterholts Vater in Saint-Pierre Quiberon in der Bretagne rallyetauglich gemacht. Schleifen, Schweißen, Motor überholen, Rost behandeln, Lackieren – es gab viel zu tun. Mit einem Teil der Spendengelder kaufte das Team sogar einen zweiten R4, den sie als Ersatzteillager nutzten. Im September 2017 war das Auto endlich fertig – und das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen! „Es war ein tolles Gefühl, als wir die erste Testrunde mit dem Auto gedreht und es anschließend beim TÜV angemeldet haben“, erzählt Victor begeistert. Nach den Weihnachtsferien kommt das Auto nach Saarbrücken – der erste Härtetest für den neuen alten R4.

 

Der neue alte R4 vom DFHI-Team „Spirit of Morocco“.

Victor und Thibault konzentrieren sich nun erst einmal aufs Studium und fiebern dem Start der Rallye im Februar 2018 entgegen. „Die 4L Trophy ist einfach ein schönes Projekt. Wir freuen uns riesig auf dieses Abenteuer. Im Vordergrund steht für uns aber immer die Hilfsaktion für die Kinder.“

Um das Projekt „Spirit of Morocco“ realisieren zu können, ist das DFHI/ISFATES-Team mit der Startnummer 0070 auf die Unterstützung zahlreicher Sponsoren angewiesen. Mit an Bord des R4 sitzen bereits folgende Förderer und Sponsoren: DFHI/ISFATES, Förderverein des DFHI, Aquar’aile, Agathe Sandor |PropriétésPrivées.com, Camso Loadstar, DelConcept, Fränznick Himmes und Kollegen, FERCHAU Engineering GmbH.

Sie möchten das DFHI/ISFATES-Team finanziell unterstützen?
Dies ist über die Crowdfunding-Plattform Leetchi möglich:
https://www.leetchi.com/c/association-de-association-spirit-of-morocco-victor-tibo

 

Aktuelle Infos und Berichte vom Team „Spirit of Morocco“ gibt es unter:
https://spiritofmorocco.wordpress.com/
https://www.facebook.com/spiritofmorocco/

 

Victor Leiterholt und Thibault Vanheeghe in ihrem restaurierten Renault R4.
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