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Gute Lehre@htw saar

Exzellente und praxisorientierte Lehre ist die Kernaufgabe der htw saar. Einen großen Einfluss auf die Weiterentwicklung guter Lehre an der Hochschule hat das Projekt „Optimierung des Studienerfolgs“, das seit April 2012 im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Qualitätspakt Lehre“ mit insgesamt ca. 12 Mio. Euro gefördert wird. Denn die Qualität der Lehre ist entscheidend für den Lernerfolg von Studierenden. Aber wie sieht die Umsetzung an der htw saar konkret aus? In der Blog-Reihe „Gute Lehre@htw saar“ stellen wir verschiedene Facetten guter Lehre vor.

Dieses Mal im Fokus:
Thermodynamik leicht gemacht durch Kooperatives Lernen – ein innovativer Betreuungsansatz der ingenieurwissenschaftlichen Lehre

Für die Fakultät für Ingenieurwissenschaften steht eine fortwährende Verbesserung der Lehre im Zentrum ihrer Arbeit. Zahlreiche Angebote stehen den Studierenden zur Verfügung, die immer wieder um weitere innovative Ideen ergänzt werden. So haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter Gerhard Braun und Stefan Weißkircher das Tutorium für Maschinenbau-Studierende des zweiten Semesters als begleitende Veranstaltung zur Vorlesung „Thermodynamik I und II“ von Prof. Dr.-Ing. Klaus Kimmerle neu konzipiert. 2016 führten sie das Tutorium erstmals durch – seitdem wird es jedes Sommersemester angeboten.

Bei der Konzipierung der Lehrveranstaltung berücksichtigten sie verschiedene Aspekte aktueller Lern- und Lehrtheorien. So soll gute Lehre das eigenständige Lernen ermöglichen und unterstützen und den Lerner ins Zentrum rücken. Das Wissen soll von den Lernenden dabei aktiv und selbständig konstruiert werden. Das Tutorium wurde daher bewusst grundlegend als Gruppenarbeit organisiert. Denn gemeinsames Lernen geschieht leichter und effizienter als im individuellen Prozess. Im Austausch mit anderen Lernenden und Lehrenden werden die Vorlesungsinhalte aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und das eigene Wissen wird im Gespräch gefestigt. Die Gruppenarbeit fördert die soziale Kompetenz und motiviert die Studierenden, da sie selbst ihr Wissen erarbeiten und anwenden können.

Wie läuft das Tutorium konkret ab? In der ersten Veranstaltung des Tutoriums bilden die Studierenden selbstgewählte Kleingruppen aus je 5 Studierenden, die sie über die Veranstaltung hinweg beibehalten. Zu Beginn jeder Veranstaltung fassen die beiden Tutoren die Inhalte der vergangenen Vorlesung zusammen und diskutieren diese mit den Studierenden. Damit möchten sie das Vorwissen aktivieren und die Inhalte aus einer weiteren Perspektive darstellen und erklären. Anschließend lösen die Studierenden themenrelevante Übungsaufgaben eigenständig in ihren Gruppen. Die Tutoren begleiten die Gruppenarbeit aktiv und stehen bei der Lösung der Aufgaben zur Seite. Auch Prof. Dr.-Ing. Klaus Kimmerle, der die Vorlesung „Thermodynamik I und II“ hält, ist im Tutorium oft zusätzlich anwesend und unterstützt die Studierenden. Darüber hinaus werden im Rahmen des Tutoriums ausgewählte Beispiele vorgerechnet, um eine methodische Vorgehensweise zur Lösung darzustellen. Außerdem erstellen die Dozierenden zahlreiche weitere Aufgaben, die sie den Studierenden mit dem vollständigen Lösungsweg über CLIX zur Verfügung stellen.

 

Gerhard Braun und Stefan Weißkircher haben das Tutorium zur Vorlesung „Thermodynamik I und II“ von Prof. Dr.-Ing. Klaus Kimmerle neu konzipiert.

Das kooperative Lernen im Rahmen des Tutoriums Thermodynamik I und II bietet den Studierenden einen großen Mehrwert. „Oftmals geht man aus einer Vorlesung heraus und denkt, man hätte alles verstanden. Macht man dann Aufgaben, merkt man erst, wo es hakt und dass es in der Anwendung Schwierigkeiten gibt. Das Tutorium war daher eine große Hilfe, da die Themen der Vorlesung nochmals spezifisch in Aufgaben zum Selbsterarbeiten behandelt wurden. Das Gute dabei war, dass nicht komplett alles vorgerechnet wurde, sondern die Aufgaben in kleinen Gruppen selbst erarbeitet wurden. Für Hilfestellungen waren die Tutoren jederzeit ansprechbar. Dadurch hatte man ein sicheres Gefühl, um in die Klausur zu gehen“, erzählt die Maschinenbau-Studentin Sarah Marion.

Generell zeigt sich in den Kleingruppen sich eine hohe Lerndynamik, die an den an intensiven Diskussionen der Gruppenmitglieder erkennbar ist. „Wir konnten im Rahmen des Tutoriums auch die Umsetzung der Idee „Starke helfen Schwachen“ beobachten. Darüber hinaus erfahren wir regelmäßig, dass die Lerngemeinschaften auch außerhalb der Veranstaltung aktiv sind – oft über die Dauer des Tutoriums hinaus.“, berichtet Weißkircher. „Sind die Studierenden zu Beginn des Tutoriums noch zurückhaltend in ihren Fragen, ändert sich dies innerhalb der ersten Wochen und sie werden im Verlauf des Semesters freimütiger und offener“, ergänzt Braun. Insbesondere die Parallelbetreuung durch zwei Dozierende erweist sich als hilfreich. Einerseits kann die Wartezeit bei Fragestellungen relativ kurz gehalten werden. Zum anderen sind die unterschiedlichen Erklärungsweisen für die Studierenden hilfreich.

„Gerade in einer Übungsveranstaltung bietet sich die Methode des kooperativen Lernens an und kann auf eine Vielzahl von Lehrveranstaltungen übertragen werden. Voraussetzung für das Gelingen ist allerdings aus unserer Sicht eine parallel dazu laufende Vorlesung und eine enge Absprache mit dem/der Dozierenden hinsichtlich des Wissensfortschritts.“, so Braun.

Sie haben Fragen zum kooperativen Lernen?
Gerhard Braun und Stefan Weißkircher stehen Ihnen zur Verfügung.

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