Sie lesen gerade: „Nicht wegsehen!“

„Nicht wegsehen!“

Tourismus hat auch Schattenseiten. In zwei Workshops beschäftigten sich Studierende des Bachelor-Studiengangs Internationales Tourismus-Management sowie des Master-Studiengangs Freizeit-, Sport-, Tourismus-Management der htw saar mit dem Thema „Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus“ und entwickelten Maßnahmen zu deren Schutz. Der Workshop fand im Juli 2016 statt und wurde durchgeführt von ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes), einem internationalen Netzwerk zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung.

Unter der Leitung von Trainerin Celia Schmidt und dem ehemaligen Polizeibeamten Manfred Kaltwasser trugen die Studierenden zunächst die Hintergründe der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismusbereich zusammen. Anschließend gaben die beiden Workshop-Leiter viele, teils schockierende, Erfahrungsberichte an die Studierenden weiter. In einer Gruppenarbeit beschäftigten sich die Studierenden mit der Frage, wie zu reagieren ist, wenn sie einen Verdachtsfall sexuellen Missbrauchs beobachten. Dass sie als angehende Touristiker damit konfrontiert werden, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Dies zeigten Beispiele aus der Praxis im Hotel, im Reisebüro oder bei der Arbeit eines Reiseveranstalters. Unter dem Motto „Nicht wegsehen“ erarbeiteten die Studierenden in mehreren Gruppen Konzepte zur Vermeidung sexueller Ausbeutung aus Sicht touristischer Unternehmen und diskutierten diese mit den Trainern und den anderen Studierenden.

Kaltwasser klärte die Workshop-Teilnehmer außerdem über die rechtliche Lage auf und konfrontierte sie eindrucksvoll mit seinen Erlebnissen als polizeilicher Ermittler.

Am Ende des Workshops war allen angehenden Touristikern klar, wie sie bei einem Verdacht richtig reagieren und wie wichtig es ist, dass alle Beschäftigten in einem touristischen Unternehmen über die Problematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern aufgeklärt werden. Nur so können sie als Einzelpersonen etwas bewirken.

Gemäß dem Motto der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften „Wir vermitteln mehr als Wissen“ können die Studierenden nun besser dazu beitragen, die „Kultur des Wegsehens“ zu durchbrechen und Zivilcourage zu zeigen.

Weitere Informationen zu ECPAT und dem Projekt „Nicht wegsehen!“ finden sich unter www.nicht-wegsehen.net. Die Plattform dient unter anderem dazu, Verdachtsfälle zu melden.

Artikel drucken

0 Kommentare in “„Nicht wegsehen!“”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.