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Die Hebammenausbildung wird akademisch

Angehende Hebammen werden zukünftig ihren Beruf an der Hochschule studieren: Im Saarland setzt die htw saar in der Fakultät Sozialwissenschaften die seit Januar 2020 bundesweit gültige Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen gemeinsam mit ausgewählten saarländischen Krankenhäusern um.

Den Aufbau des Studienganges treiben zwei Hebammen gemeinsam mit der Professorin für Pflegewissenschaft Dr. Anne-Kathrin Cassier-Woidasky voran: Juliana Parino, Dipl.-Medizinpädagogin und Hebamme, und Lisa Apini-Welcland, Hebamme und M. Sc. in International Child Health haben die Arbeit zum 15. April aufgenommen. Beide Mitarbeiterinnen verfügen über Expertise und Erfahrungen sowohl in der akademischen Lehre als auch im Hebammenwesen. Dies ist auch nötig, denn für Studiengänge im Gesundheitswesen müssen nicht nur die hochschulrechtlichen Anforderungen, sondern zusätzlich noch die strengen Vorgaben staatlich geregelter Gesundheitsberufe eingehalten werden. Das macht den Aufbau und die Zulassung solcher Studienangebote zu einer besonderen Herausforderung. Im Saarland hat die htw saar diese Herausforderung nun mit der Studienrichtung „Hebammenwissenschaft“ (B.Sc.) angenommen. Nach intensiver Abstimmung mit der Staatskanzlei und den Praxispartnern wurde der Studienstart für das Wintersemester 2021/22 festgelegt. Der Bewerbungsprozess für die voraussichtlich 20 Studienplätze pro Jahr wird derzeit mit den Praxispartnern geklärt.

Die zukünftigen Studentinnen werden die theoretischen Grundlagen an der Hochschule erhalten und die Praxisphasen in den geburtshilflichen Einrichtungen im Saarland und angrenzenden Regionen absolvieren. Unter Verantwortung der Hochschule werden die Studierenden sowohl die staatliche Prüfung als auch die Bachelorprüfung ablegen. Mit den beiden Abschlüssen „Staatsexamen“ und „Bachelor of Science“ sind die zukünftigen Hebammen optimal gerüstet, den immer komplexer werdenden Anforderungen in der Geburtshilfe zu begegnen und das Hebammenwesen auch wissenschaftlich weiterzuentwickeln. Für bereits examinierte Hebammen soll der berufsbegleitende Erwerb des Bachelorgrades ermöglicht werden.

„Ich freue mich sehr, mit Frau Parino und Frau Apini-Welcland mit zwei sehr engagierten Hebammen im Aufbau des Studiengangs zusammenarbeiten zu können. Gemeinsam mit unseren Krankenhaus-Partnern werden wir so dem Studiengang „Angewandte Hebammenwissenschaft“ im Saarland gut und sicher ins Leben verhelfen!“, so Prof. Cassier-Woidasky zur Begrüßung der neuen Mitarbeiterinnen.

Deutschland ist eines der letzten Länder in Europa, das mit dem neuen Hebammengesetz EU-Richtlinien von 2005 und 2013 umsetzt. Danach sind ein vergleichbares Ausbildungsniveau in den Gesundheitsberufen und die Mobilität zwischen den Mitgliedsländern zu gewährleisten.

Ansprechpartnerin für den Studiengang ist Juliana Parino unter juliana.parino@htwsaar.de.

 

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