„ESG Reporting: Quo vadis?“
Am 7. Januar 2026 fand am Campus Rotenbühl das Symposium zur Nachhaltigkeitsberichterstattung „ESG Reporting: Quo vadis?“ mit ausgewiesenen Experten auf diesem Fachgebiet statt.
Mit der Verabschiedung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Europäische Union (EU) einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaft und Gesellschaft unternommen. Die EU verpflichtet mit der CSRD – im Gegensatz zur bis dato gültigen CSR-Richtlinie – künftig weitaus mehr Unternehmen als bisher zu einer Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Die Umsetzung in nationales Recht ist bisher noch nicht erfolgt (was vorrangig auf das Scheitern der Ampel-Regierung Ende 2024 zurückzuführen ist). Der Entwurf der Bundesregierung vom 3. September 2025 verpflichtet die „erste Welle“ von Unternehmen – im Gegensatz zur EU-Richtlinie – nunmehr (erst) ab dem Geschäftsjahr 2026 zur CSRD-Nachhaltigkeitsberichterstattung. Unternehmen der „zweiten Welle“ bzw. „dritten Welle“ werden voraussichtlich ab den Geschäftsjahren 2028 folgen.
Die Herausforderung aus Sicht der Praxis wird künftig insbesondere darin bestehen, die Nachhaltigkeitsberichterstattung regelkonform in den Lagebericht (und somit in die Finanzberichterstattung) zu integrieren. Die Berichtsinhalte und -struktur der Nachhaltigkeitsberichterstattung werden mittels verbindlicher EU-Nachhaltigkeitsstandards standardisiert (sog. „ESRS“). Die Standards sollen vor allem Transparenz und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsberichte steigern und letztlich das allgegenwärtig befürchtete „Greenwashing“ eindämmen.

Mit knapp 50 interessierten Studierenden und Dozierenden der htw saar war die Veranstaltung sehr gut besucht. Die Gastreferent*innen Laura Delizia (EY Saarbrücken), Christoph Schudok (PwC Frankfurt), Dr. Christian Metz (Dornbach Saarbrücken) sowie Jacqueline Weber und Patrick Weber-von Freital (beide W+ST Dillingen) ordneten all diese aktuellen Entwicklungen und Aspekte ihrerseits ein und diskutierten mit dem Auditorium die praktischen Herausforderungen unter der Leitung von Prof. Dr. Jochen Pilhofer (Moderator). Gegenstand der Diskussionen waren unter anderem der sachliche und zeitliche Anwendungsbereich der CSRD-Richtlinie, die mittelbaren Anwendungspflichten, die Befreiungsmöglichkeiten, die Problemfelder der Wesentlichkeitsanalyse, die Herausforderungen aus Prüfersicht zur Eindämmung des vielzitierten „Green Washing“ sowie die Integration der Nachhaltigkeitsberichterstattung in die Finanzberichterstattung („Connectivity“).
0 Kommentare in “„ESG Reporting: Quo vadis?“”