Aus Idee wird Wirklichkeit: alt_sommer bringt Musik, Kultur und Nachbarschaft auf den Campus Alt-Saarbrücken
Vor wenigen Wochen berichtete der htw saar-Blog über die Vorbereitungen zum neuen Straßenfestival alt_sommer. Damals stand vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Kann es gelingen, den Campus Alt-Saarbrücken für vier Sommerabende in einen offenen Ort der Begegnung, der Musik und der Kultur zu verwandeln? Die Antwort lautet: Ja.
Mit großem Engagement, viel Kreativität und einer gehörigen Portion Improvisationstalent haben die Studierenden des Masterstudiengangs Kulturmanagement ihr erstes selbst organisiertes Straßenfestival erfolgreich umgesetzt. An vier Veranstaltungsabenden wurde die Campusallee zu einem lebendigen Treffpunkt für Studierende, Nachbarinnen und Nachbarn, Familien sowie zahlreiche Gäste aus Saarbrücken und der Region.

Ein Festival – trotz extremer Wetterbedingungen
Kurz vor Beginn der Veranstaltung stellte das Wetter insbesondere in der zweiten Woche das Organisationsteam noch einmal vor eine besondere Herausforderung: Temperaturen von weit über 30 Grad ließen zeitweise sogar befürchten, dass das Festival kurzfristig abgesagt oder stark eingeschränkt werden müsste.
Gemeinsam mit allen Beteiligten wurden daher kurzfristig zusätzliche Maßnahmen umgesetzt, um den Besuch auch bei extremer Hitze möglichst angenehm zu gestalten. Sonnenschutz, zusätzliche Sitzmöglichkeiten im Schatten, ein angenehmer Sprühnebler, ausreichend Getränke und leckeres Eis sowie Hinweise zum richtigen Verhalten bei hohen Temperaturen gehörten ebenso dazu wie eine kontinuierliche Information der Besucherinnen und Besucher über die Social-Media-Kanäle des Festivals. Gerade diese kurzfristigen Anpassungen zeigten eindrucksvoll, wie wichtig Flexibilität und professionelles Krisenmanagement im Veranstaltungsmanagement sind.

Musik, Begegnung und Sommeratmosphäre
An allen vier Abenden präsentierte alt_sommer ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit regionalen Künstlerinnen und Künstlern sowie Ensembles der saarländischen Hochschulen. Den musikalischen Auftakt gestalteten die Half Tone Waves, der Chor der htw saar, Die Bucht, Matthis Löw, Lasse Berger und Neodym Rei, bevor an den folgenden Tagen unter anderem Lizzy the Songbird, der Heartchor Dillingen, dEnk und Kub Chi, Jonathan Weiß & Friends, der Dr. Schröders A-Capella-Chor nullkommanix, Al-Fatmalay, SOZA, Mike Herrmann sowie Flower auftraten. Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte die Big Band Windmachine der Universität des Saarlandes, die das Festival mit kraftvollem Big-Band-Sound ausklingen ließ.
Doch alt_sommer war weit mehr als eine Konzertreihe. Das Festival verstand sich bewusst als offener Begegnungsraum für Menschen unterschiedlicher Generationen und Interessen.
Während Erwachsene den musikalischen Beiträgen lauschten oder den Sommerabend bei Gesprächen genießen konnten, warteten auf die jüngeren Besucherinnen und Besucher zusätzliche Angebote: An den ersten beiden Veranstaltungstagen sorgte eine Hüpfburg für Spiel und Bewegung, an den beiden folgenden Tagen lud ein Kletterwürfel der Kletter- und Boulderarena Dudweiler Groß und Klein zum Ausprobieren ein.
Auch kulinarisch bot das Festival einiges: Das Café Samra versorgte die Gäste mit Sandwiches, Falafel, Cookies und Ayran, während Papinus frisch zubereitete gefüllte Fladenbrote anbot. Ergänzt wurde das Angebot durch verschiedene Getränke – von Softdrinks bis zu Cocktails – und zahlreiche Möglichkeiten, den Abend in entspannter Atmosphäre zu verbringen.

Hochschule trifft Stadtgesellschaft
Bereits im Vorjahr war die Campusallee im Rahmen der Sommerstraßen 2025 als öffentlicher Begegnungsraum erprobt worden. Mit alt_sommer entwickelte sich daraus erstmals ein eigenständiges Kulturfestival, das den Gedanken der „Hochschule in der Stadt“ konsequent weiterführte.
Ziel war es, den Campus bewusst für die Stadtgesellschaft zu öffnen und Studierende, Nachbarschaft sowie regionale Kulturschaffende miteinander ins Gespräch zu bringen. Die zahlreichen Begegnungen auf dem Festivalgelände, die positive Resonanz der Besucherinnen und Besucher sowie das Interesse der regionalen Medien zeigten, dass dieses Konzept aufging. Unter anderem berichtete auch der Saarländische Rundfunk über das Projekt.
Projektmanagement unter Realbedingungen
Für die Studierenden bedeutete das Festival weit mehr als die Organisation einer Veranstaltung. Im Rahmen des Moduls „Projekt aus der Kulturwirtschaft“ entwickelten sie das komplette Veranstaltungskonzept selbstständig und übernahmen sämtliche Aufgaben – von Sponsoring und Budgetplanung über Marketing, Pressearbeit und Social Media bis hin zu Technik, Logistik, Künstler*innenbetreuung und Evaluation. Begleitet wurde das Projekt von Prof. Dr. Nicole Schwarz mit Unterstützung von Lara Weitzel und Dr. Markus Ehses als interner Auftraggeber und Schnittstellenunterstützung in die htw saar und zum Stadtteilbüro.
Dabei zeigte sich eindrucksvoll, dass Kulturmanagement weit mehr bedeutet als Veranstaltungsorganisation. Entscheidungen mussten unter Zeitdruck getroffen, Budgets eingehalten, kurzfristige Änderungen bewältigt und unterschiedlichste Interessen miteinander abgestimmt werden – Erfahrungen, die sich in dieser Form kaum im Seminarraum vermitteln lassen.
„Für viele von uns war es das erste Projekt in dieser Größenordnung: Vier Tage, 17 Musikacts, Rahmenprogramm, Gastronomie, 14 Organisierende, 8 Finanzquellen und so weiter. Dabei konnten wir vor allem lernen, wie die Regularien öffentlicher Institutionen sind und der Umgang damit funktioniert“, so Johannes Engelhardt, der von studentischer Seite im Leitungsteam war.

Ein gelungenes Debüt
Der Instagram-Kanal @alt_sommer dokumentierte die Entstehung des Festivals über Wochen hinweg – von den ersten Planungsschritten über Künstler*innenporträts und Einblicke hinter die Kulissen bis hin zu den Eindrücken der Veranstaltungstage. So entstand bereits vor Festivalbeginn eine engagierte Community, die das Projekt online begleitete und die Idee eines offenen Campus mittrug.
Der große Einsatz aller Beteiligten – der Studierenden, Projektleitung, Künstlerinnen und Künstler, Sponsor*innen, Förderinnen, Kooperationspartner sowie der vielen Helferinnen und Helfer – machte alt_sommer zu einem gelungenen Debüt.
Das Festival hat gezeigt, welches Potenzial in praxisorientierter Lehre steckt, wenn Studierende Verantwortung übernehmen und ihre Ideen unter realen Bedingungen verwirklichen können. Gleichzeitig wurde deutlich, wie Hochschulen durch Kultur, Begegnung und Offenheit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben ihrer Stadt leisten können – ganz im Sinne der Idee einer Hochschule in der Stadt.

Ein herzlicher Dank gilt der fitt gGmbH für die Partnerschaft, den Sponsor*innen und Förder*innen Stiftung ME Saar, EUROKEY Software GmbH, Energie SaarLorLux AG, Bank 1 Saar eG, Saartoto sowie Edeka Bismor und dem Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft, der Hochschulleitung und der Verwaltung der htw saar, der Kletter- und Boulderarena Dudweiler sowie Piano Haus Landt für die Unterstützung.
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