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Rückblick auf die Summerschool in Bern

Eine soziale Bewegung ist ein auf eine gewisse Dauer gestelltes und durch kollektive Identität abgestütztes Handlungssystem mobilisierter Netzwerke von Gruppen und Organisatoren, welche sozialen Wandel mit Mitteln des Protests – notfalls mit Gewaltanwendung – herbeiführen, verhindern oder rückgängig machen wollen. (Rucht, 2002)

 

Im Rahmen der Summerschool 2015 an der Berner Fachhochschule im Juli 2015 konnten wir, Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit, gemeinsam mit unseren Schweizer Kommilitonen eine Woche gemeinsam am Thema “Soziale Bewegungen und Soziale Arbeit – von den 80er Jahren bis heute“ arbeiten.

Prof. Dr. Klaus Kraimer und Lena Altmeyer von der htw saar organisierten gemeinsam mit Thomas Friedli und Giorgio Andreoli von der Fachhochschule Bern die Summerschool.

Uns erwartete ein umfangreiches Wochenprogramm. So konnten wir die unterschiedlichsten Einrichtungen der Sozialen Arbeit bei Exkursionen kennen lernen. Diese wurden von Vorträgen und Filmbeiträgen unterstützt. Referenten waren Hochschullehrer, „Praktiker“ und Akteure in sozialen Bewegungen.

Therese Frösch (Mitglied im Co-Präsidium der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe) referierte eindrucksvoll zum Thema Soziale Bewegungen. Frösch betonte, dass aufgrund der Arbeit sozialer Bewegungen ein gesellschaftliches Umdenken in eher konservativen Kreisen erfolge. Durch kollektive Proteste, wie Demonstrationen, kam es zu einer emanzipatorischen Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft. Frösch betonte die Notwendigkeit, dass die Soziale Arbeit gesellschaftsveränderndes Engagement zeigen und mit integrativen Ansätzen unterschiedliche gesellschaftliche Akteure zur Zusammenarbeit anregen sollte.

Der Vortrag von Prof. Dr. Ulrike Zöller (htw saar) thematisierte die Heimkampagne der 70er Jahre in Deutschland. Durch diese Kampagne wurde, so Zöller, die Soziale Arbeit nachhaltig geprägt. Zöller wies darauf hin, dass auch Hans Thiersch, ein Professionstheoretiker der Sozialen Arbeit, dieser Bewegung angehörte.

So konnten wir die Vielfalt der sozialen Bewegungen in historischen und aktuellen Bezügen kennen lernen. Durch den Austausch mit unseren Kommilitonen in Bern wurden neue Sichtweisen auf gesellschaftliche Herausforderungen, wie Flüchtlingsarbeit und Drogenpolitik aufgezeigt. In Kleingruppen wurden unterschiedliche Projekte und Bewegungen näher studiert und von den einzelnen Gruppen vorgestellt. Abgerundet wurde das interessante Programm durch abendliche Filmvorführungen mit anschließender Diskussion. Einen Ausgleich zum Seminarprogramm bot das Schwimmen in der Aare, was bei den hochsommerlichen Temperaturen eine willkommene Abkühlung darstellte.

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