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Pflege trifft Logistik

Was es bedeutet, interdisziplinär zu arbeiten, konnten 18 Studierende der Sozialwissenschaften (Bachelor-Studiengang Management und Expertise im Pflege- und Gesundheitswesen) und neun Studierende der Wirtschaftswissenschaften (Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Logistik) am 24. und 25. Oktober 2018 am eigenen Leib erfahren. Unter dem Motto „Pflege trifft Logistik“ ging es in einem gemeinsamen Workshop am Hochschul-Technologie-Zentrum der htw saar darum, die täglichen Probleme der Materialwirtschaft in einem Krankenhaus zu untersuchen und mit Hilfe geeigneter Methoden zu lösen.

In der Automobilindustrie erfolgen Materialbestellungen heutzutage weitestgehend automatisiert. Anhand von Verbrauchsdaten der Vergangenheit werden Bestellmengen festgelegt und bei Unterschreitung eines zuvor genau berechneten Restbestandes wird automatisch nachbestellt. Viele Gesundheitseinrichtungen können dagegen nicht auf logistischen Support zurückgreifen. Dann ist es Aufgabe der Pflegekräfte, festzulegen, wie oft und wie viel Material bestellt wird. Häufig stehen ihnen hierfür nur eigene Erfahrungswerte zur Verfügung. Problematische Folgen können erhöhte Bestände oder im schlimmsten Fall fehlendes Material für die Patienten sein.

Die Aktualität dieser Problematik schilderte zu Beginn der Workshoptage Matthias Wrobel, Leiter des zentralen Logistik- und Versorgungswesens am Universitätsklinikum des Saarlandes, in seinen Impulsvortrag „Reorganisation der Materialwirtschaft im Neubau der Inneren Medizin“. Er betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen Pflege- und Logistikpersonal nicht immer reibungslos funktioniert.

Der anschließende Workshop zielte darauf ab, dass die Zusammenarbeit künftig besser läuft. Über drei Runden erarbeiteten die Studierenden in gemischten Gruppen „ihr Stationslager“. Sie erstellten eine Bestandsliste, führten eine Bedarfsanalyse durch und entwickelten eine Lagersystematik, bei der auf einen Blick deutlich wird, ob und wie viel Material nachbestellt werden muss. Nach jeder Runde wurden die erreichten Ergebnisse präsentiert.

Zu Beginn wurde deutlich, dass die Studierenden mit verschiedenen Sichtweisen an die Aufgaben herangingen. Im Laufe des Tages änderte sich dies jedoch und immer mehr Studierende erweiterten ihren Blickwinkel, womit das Ziel der Dozentinnen erreicht war.

 

Nach der intensiven und lehrreichen Zusammenarbeit der beiden angehenden Berufsgruppen waren sich sowohl Studierende als auch die Dozentinnen einig darüber, dass diese Veranstaltung erst der Auftakt einer zukünftig verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen „Gesundheit und Pflege“ und „Logistik“ sein sollte. Der nächste interdisziplinäre Workshop ist bereits in Planung.

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