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Mobilität der Zukunft

Hohe Prominenz in Schengen am 3. April 2019: Die Verkehrsminister aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und dem Saarland trafen zusammen, um das grenzüberschreitende Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren im Dreiländereck offiziell zu eröffnen. Das erste transnationale Testfeld bietet Raum für Industrie und Forschung gleichermaßen, um Einsatzszenarien und neue Technologien über Grenzen hinweg auf allen Straßenarten zu erproben. Für den deutschen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wird hiermit eine klare Botschaft vermittelt: „Dass wir als Europa automatisierte Formate können und die Bürger keine Angst vor Innovationen haben [brauchen].“

Diese Veranstaltung, die Podiumsdiskussion, Projektvorstellungen sowie Live-Testfahrten beinhaltete, ermöglichte dem Projekt TERMINAL erneut ins Rampenlicht zu rücken. Anke Rehlinger, die saarländische Verkehrsministerin sagte: „Mobilität macht nur Sinn, wenn sie grenzüberschreitend funktioniert. Auf dem Testfeld testen wir wegweisende Schritte auf dem Weg zu smarten Mobilitätskonzepten.“

Mit dem Vorhaben, Pendlern durch elektrische und automatisierte Minibusse eine neue Möglichkeit des Transports anzubieten, verfolgt das Projekt TERMINAL konkrete Ziele zur Verbesserung der Mobilität, insbesondere von Berufspendlern. So erklärte Jonas Vogt von der Forschungsgruppe Verkehrstelematik (FGVT) unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Horst Wieker das Projektvorhaben und den Hintergrund der Forschung: „Wir haben in der gesamten Region 50 Millionen Pendler jährlich, von denen die meistens mit dem Auto unterwegs sind. Das heißt, unsere Straßen sind verstopft. Wir brauchen andere Möglichkeiten des Transports.“

Die Mobilität der Zukunft muss sicher, umweltbewusst und flexibel sein. Sie muss aber vor allem einfach, günstig und für alle verfügbar sein, damit Arbeitnehmer und Auszubildende jenseits der Grenzen ihren Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz gut erreichen können. In diesem Kontext spielen die Automatisierung und die intelligente Vernetzung des Straßenverkehrs eine zentrale Rolle.

Als erster praktischer Test innerhalb des trilateralen digitalen Testfelds DE-FR-LUX wird TERMINAL für ein halbes Jahr eine grenzüberschreitende automatisierte Buslinie unter realen Verkehrsbedingungen in der Umgebung der Gemeinden Überherrn (Deutschland) und Creutzwald (Frankreich) erproben. Neben den technischen Herausforderungen aus Sicht der Kommunikation zwischen Bus und Verkehrstechnik werden die gesamten rechtlichen Rahmenbedingungen zum Erlangen einer Ausnahmegenehmigung in beiden Ländern sowie die Anforderungen der Pendler untersucht werden.

Auf einer zweiten Strecke zwischen dem Kirschberg in Luxemburg und Manom in Frankreich werden Daten für Mobility on Demand (MoD) – das heißt, die Möglichkeit, einen Bus je nach Bedarf unabhängig von einem festen Fahrplan bestellen zu können – erhoben.

Aus den Auswertungen werden Handlungsempfehlungen hinsichtlich neuer Mobilitätskonzepte für ÖPNV-Anbieter und Politik abgeleitet sowie die Auswirkungen des automatisierten Fahrens auf die Angestellten von ÖPNV-Anbietern in Form einer Handreichung festgehalten. Ergebnisse, die auch für die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger von Bedeutung sind: „Die Ergebnisse werden uns helfen, die Bedingungen im grenzüberschreitenden ÖPNV besser an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten“.

 

Vortrag TERMINAL: v.l.n.r. Jonas Vogt (Forschungsgruppe Verkehrstelematik), Etienne Schneider (Stellvertretender Premierminister Luxemburg), Anke Rehlinger (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes), Andreas Scheuer (Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur, Deutschland), Elisabeth Borne (Ministerin für Transport im Ministerium für den ökologischen und solidarischen Übergang, Frankreich), Francois Bausch (Minister für nachhaltige Entwicklung, Verkehr, öffentliche Arbeiten und Infrastruktur), Caroline Mart (Moderatorin)
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