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Lust auf China

Am 14. Januar hat die Chinesische Hochschule für Angewandte Wissenschaften an der Tongji Universität (CDHAW) und das Deutsche Hochschulkonsortium für internationale Kooperationen (DHIK) ein interkulturelles Training für Mitarbeitende der International Offices und Dozierende angeboten. Mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland war das Seminar voll ausgebucht.

„Ziel des Angebots ist es, die Chinakompetenz an den Konsortialhochschulen zu stärken und so die Arbeit für und mit den Studierenden zu erleichtern“, erklärt Dr. Rumin Luo, Projektkoordinatorin an der CDHAW und Sozialwissenschaftlerin. Das Seminar war auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden in den International Offices und der Dozierenden abgestimmt, um ein Verständnis der chinesischen Kultur zu schaffen und Studierende in Bezug auf Auslandsaufenthalte oder Doppelabschluss-Programme in China besser beraten zu können.

Das Online-Seminar zum Thema China-Kompetenz war voll ausgebucht. Screenshot: Rumin Luo

Im Seminar gab Dr. Luo Einblicke in den Umgang mit Chinesen, erklärte Unterschiede zwischen direkter und indirekte Kommunikation, sowie Do´s und Don´ts im privaten und professionellen Umfeld. „Unterschiedliche Kultur- und Denkweisen erfordern Vertrauen und eine gute Kommunikation“, so Dr. Luo. Dabei gelte es auch Fettnäpfchen zu vermeiden. So komme beispielsweise ein zu fester Händedruck nicht gut an bei Chinesen, er wird als unhöflich empfunden. Auch permanenter Augenkontakt sei zu vermeiden, da er als aufdringlich vom chinesischen Gegenüber wahrgenommen wird. „Die Unterschiede in Normen und Werten beider Kulturen zu kennen, hilft dabei, erfolgreich zu kommunizieren. Das zeigt sich schon in kleinen Dingen und Gesten“, sagt die Sozialwissenschaftlerin.

Anhand von zahlreichen Beispielen erklärte sie Unterschiede und regte ihre Zuhörer zur aktiven Teilnahme und Diskussion an. Wie regt man chinesische Studierende dazu an, zu sagen, was in ihrem Umfeld verbessert werden kann? Wann kann man sicher sein, dass Chinesen wirklich „Ja“ meinen? Wieso dauert es so lange bis man das Vertrauen von Chinesen gewinnt? Dr. Luo gab Antwort auf die konkreten Fragen der Dozierenden und Mitarbeiter der International Offices.

Gemeinsam mit Dr. Luo gab der deutsche Vizedirektor der CDHAW der Tongji-Universität, Oliver Schirmer, Einblicke in das Leben und Arbeiten in China und Shanghai. Er zeigte Möglichkeiten von Studium und Praktika für Studierende auf und gab konkrete Beispiele, etwa wie man in China einkauft, wie man ein Konto vor Ort einrichtet und eine chinesische Rufnummer beantragt.

Oliver Schirmer, der deutsche Vizedirektor der CDHAW der Tongji-Universität, gab Einblicke in das Leben und Arbeiten in China und Shanghai. Folie: Schirmer

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben im Anschluss des Seminars unisono positive Rückmeldungen. Seminarteilnehmer und Projektkoordinator des Chinesisch-Deutschen Instituts an der htw saar, Mario Korherr: „Frau Dr. Luo und Herr Schirmer boten in ihrem interkulturellen Training einen lebendigen und sympathischen Überblick über die wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Kommunikation mit Studierenden und Projektpartnern aus chinesischen Hochschulen. Neben den kulturellen Unterschieden in der Kommunikation wurden auch die Unterschiede im alltäglichen Leben adressiert. Diese wurden mit spannenden und konkreten Beispielen aus der persönlichen Erfahrung der Dozierenden ergänzt und dadurch für die Teilnehmenden besonders greifbar. Wir, das Chinesisch-Deutsche Institut der htw saar, bedanken uns deshalb herzlich dafür, dass wir von diesen Erfahrungen profitieren dürfen und freuen uns auf den weiteren intensiven Austausch“.

Die Chinesische Hochschule für Angewandte Wissenschaften an der Tongji Universität und das Deutsche Hochschulkonsortium für internationale Kooperationen arbeiten auch in Zukunft eng zusammen. Das Interkulturelle Training mit dem Ziel, die Chinakompetenz an deutschen Hochschulen auszubauen und den Erfahrungsaustausch untereinander zu fördern, soll künftig regelmäßig stattfinden.

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