htw saar forscht an Frühwarnsystem zu Extremwetterereignissen
Das Umweltministerium fördert im Rahmen des Projektes „Klimagefahrenabwehrsystem Blies“ (KLIGAS) den Aufbau eines Frühwarnsystems für Hochwasser- und Starkregenereignisse. Dazu stellt es für die erste Phase des Vorhabens 52.965 Euro bereit. Im Katastrophenschutzzentrum des Landkreises St. Wendel haben Ministerin Petra Berg, Udo Recktenwald, der Landrat von St. Wendel, Sören Meng, der Landrat von Neunkirchen, Andreas Motsch, der Geschäftsbereichsleiter Zentrale Steuerung, Sicherung und Ordnung des Saarpfalz-Kreises, Dirk Schäfer, der Leiter des Katastrophenschutzamtes des Landkreises Sankt Wendel, und Professor Alpaslan Yörük (htw saar) das Projekt vorgestellt.
Die jüngsten Extremwetterereignisse, insbesondere das Pfingsthochwasser, haben die dringende Notwendigkeit effektiver Frühwarnsysteme verdeutlicht. Angesichts der Folgen des Klimawandels und der Zunahme von Starkregenereignissen ist es von entscheidender Bedeutung, Städte und Gemeinden mit geeigneten Maßnahmen zur Schadensminimierung auszustatten.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Alpaslan Yörük, Professor für Wasserbau und Wasserwirtschaft, unterstützt das Team des Kompetenzzentrum für Klimafolgenanpassung und Katastrophenschutz der Hochschule die Landkreise St. Wendel, Neunkirchen und den Saarpfalz-Kreis beim Aufbau eines modernen Frühwarnsystems für Hochwasser- und Starkregenereignisse im Saarland.
- Dirk Schäfer, der Leiter des Katastrophenschutzamtes des Landkreises Sankt Wendel, Foto: MUKMAV / Kathrin Hinsberger
- Prof. Dr. Alpaslan Yörük, Professor für Wasserbau und Wasserwirtschaft, Foto: MUKMAV / Kathrin Hinsberger
- Sören Meng, Landrat von Neunkirchen, Udo Recktenwald, Landrat von St. Wendel, Ministerin Petra Berg und Andreas Motsch, der Geschäftsbereichsleiter Zentrale Steuerung, Sicherung und Ordnung des Saarpfalz-Kreises, Foto: MUKMAV / Kathrin Hinsberger
Das vom Umweltministerium geförderte Projekt „Klimagefahrenabwehrsystem Blies“ (KLIGAS) zielt darauf ab, ein landesweites Frühwarnsystem zu etablieren. Es besteht aus drei Phasen. In der ersten Phase bauen die Pilot-Landkreise St. Wendel, Neunkirchen und der Saarpfalz-Kreis eigenständige Frühwarnsysteme auf. Dabei unterstützt sie das Team um Professor Dr. Alpaslan Yörük. Hierbei kommt die Software Delft-FEWS zum Einsatz, die die vorhandenen Messsysteme und Daten in jedem Landkreis zusammenführt, unter anderem Pegelstände, Radardaten, Niederschlagsmessungen und Messdaten des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz und daraus Warnkriterien ableitet. In der zweiten Phase des Projektes sollen alle drei Systeme zusammengeführt werden, um ein gemeinsames neuartiges Frühwarnsystem zu entwickeln. Dabei wird das neue Frühwarnsystem auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen. Das Besondere: Bei den Trainings- und Testdaten handelt es sich nicht nur um Messwerte aus der Vergangenheit, sondern zusätzlich um simulierte Zahlen, die auch die Änderungen durch den Klimawandel berücksichtigen können. Dabei werden mittels echten Einzugsgebietsmodellen viele verschiedene Szenarien zu Hochwasser und Starkregen durchgerechnet, um eine große Datenbasis für die KI zu schaffen. Im Ernstfall kann die KI so anhand dieser Datenlage schnell eine realitätsnahe Prognose zu Überflutungsflächen und Pegelständen erstellen, sodass Einsatzkräfte möglichst früh entsprechende Vorbereitungen treffen können. Dass außerdem nicht nur aus aktuellen Wetterdaten, sondern auch aus mittelfristigen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes, die derzeit bei solchen Systemen kaum eine Rolle spielen, Überflutungen vorhergesagt werden können, ist eine weitere Besonderheit, um die Warnung noch weiter „vor“ das Ereignis zu bringen.
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