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Supply Chain Network Design: Von Grundlagen zu aktuellen Forschungstrends

Wo sollte ein Unternehmen seine Lagerhäuser bauen? Welche Kapazität sollten sie haben? Und was passiert, wenn eine Flut, ein Streik oder ein plötzlicher Nachfrageanstieg all diese sorgfältigen Pläne durchkreuzt? Mit solchen Fragen beschäftigte sich ein dreitägiger Kurs, den Prof. Dr. Teresa Melo (Fakultät Wirtschaftswissenschaften) im Rahmen der PhD Summer Academy 2026 am Zaragoza Logistics Center (ZLC) in Spanien hielt, einem Forschungsinstitut, das mit der Universität Zaragoza verbunden ist und zum MIT Global SCALE Network gehört.

Der Kurs fand vom 8. bis 10. Juni 2026 statt und brachte zehn engagierte Promovierende aus neun verschiedenen Ländern zusammen, die sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Promotion befanden. Durch ihre aktive Beteiligung wurden die drei intensiven Tage zu einer echten gemeinsamen Lernerfahrung.

 

Teilnehmer*innen der Summer School. Foto: Zaragoza Logistics Center, MIT Global SCALE Network

 

Als roter Faden diente eine Fallstudie: Ein Unternehmen importiert und vertreibt Olivenöl in der Benelux-Region und muss entscheiden, welche Lagerhäuser beibehalten, geschlossen oder neu eröffnet werden sollen und wie die Kundenmärkte am besten versorgt werden können. Ausgehend von diesem praxisnahen Problem wurde der Kurs schrittweise um zusätzliche Aspekte erweitert, die reale Herausforderungen von Unternehmen widerspiegeln.

Am ersten Tag lernten die Promovierenden die Grundlagen der Gestaltung effizienter Distributionsnetzwerke und untersuchten, wie sich die Entscheidungen des Unternehmens verändern würden, wenn nicht alle Kundenmärkte bedient werden müssten, wenn kurze Lieferdistanzen einzuhalten wären oder wenn jeder Kundenmarkt genau einem Lagerhaus zugeordnet werden sollte.

Der zweite Tag widmete sich dem Thema Nachhaltigkeit. Neben den Kosten untersuchten die Promovierenden, wie sich der ökologische Fußabdruck eines Unternehmens, insbesondere die CO2-Emissionen, verringern lässt und welche Zielkonflikte damit verbunden sind. Außerdem verglichen sie Transportoptionen wie LKW und Bahn und setzten Methoden der multikriteriellen Optimierung ein, um Entscheidungsträgern zu helfen, Rentabilität und Umweltziele – zwei häufig widersprüchliche Prioritäten – gegeneinander abzuwägen.

Der letzte Tag widmete sich der unvorhersehbaren Seite des Geschäfts: Wie plant man, wenn die zukünftige Nachfrage ungewiss ist, wie viel Flexibilität sollte ein Unternehmen in sein Netzwerk einbauen, und wie gestaltet man Lieferketten so, dass sie widerstandsfähig und reaktionsfähig sind und auch nach Störungen weiter funktionieren? Zum Abschluss wurde ein Blick auf aktuelle Trends im Forschungsfeld geworfen, darunter „Warehousing-as-a-Service“, ein neues Geschäftsmodell, das Unternehmen flexiblen, bedarfsorientierten Lagerraum ohne langfristige Verpflichtungen bietet.

Am Ende des Kurses hatten die Promovierenden nicht nur ihr Verständnis von Supply Chain Network Design vertieft, sondern auch hautnah erfahren, wie mathematische Optimierung reale unternehmerische Entscheidungen unterstützen kann, unter Berücksichtigung von Kosten, Servicequalität, Nachhaltigkeit und Resilienz. Für Prof. Dr. Melo machten die Neugier und der Teamgeist der Promovierenden diese Erfahrung besonders bereichernd.

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