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Turing Tumble in Blieskastel

Im Rahmen des Wahlmoduls „Planung und Durchführung von IT-Workshops“ im Master-Studiengang „Praktische Informatik“ durften wir – ein sechsköpfiges Team aus Studierenden der Informatik (Jan Rauber, Aaron Dassen, Sven Gorgen, Katharina Krier, Michelle Hofmann und Marvin Kamps) unter der Leitung von Prof. Dr. André Miede und Margit Meyer – einen Workshop durchführen. Anlass war der Tag der Technik @ School, der am 2. Juni 2026 am Von der Leyen-Gymnasium in Blieskastel stattfand. Der Tag der Technik ist eine Initiative von VDE (Verband der Elektrotechnik) und VDI (Verein Deutscher Ingenieure); neben uns präsentierten sich dort zahlreiche weitere Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Mitmach-Angeboten. Ziel unseres Workshops war es, Schüler*innen der Klassenstufen 8 und 9 – überwiegend Achtklässler*innen – spielerisch zu zeigen, wie grundlegende Funktionsweisen eines Computers nachvollzogen werden können: durch eigenes Ausprobieren und Tüfteln.

Als zentrales Element nutzten wir das Spiel Turing Tumble, bei dem mechanische Computer gebaut werden, in denen fallende Kugeln anstelle von Code arbeiten. Das Lernspiel wurde 2017 von dem US-Amerikaner Paul Boswell entwickelt und über Kickstarter finanziert. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, weil sich damit zentrale Konzepte der Informatik greifbar machen lassen: Die Kugelbahnen bilden logische Verknüpfungen nach und lassen sich sogar zu einem Binärzähler kombinieren – im Grunde dasselbe Prinzip, auf dem auch echte Computer beruhen. Zu Beginn erklärten wir mit Hilfe einer Präsentation die wichtigsten Bauteile des Spiels, etwa Fallziele, Kreuzungen, Bits und Fänger. Diese wurden anhand einfacher Beispiele veranschaulicht, damit die Jugendlichen schnell verstehen konnten, wie die Kugeln durch das System laufen und wie man mit der Anordnung der Teile den Weg der Kugel steuert. Dabei ging es nicht um Fachbegriffe, sondern um das Prinzip: Was passiert, wenn ich hier etwas ändere? Wohin läuft die Kugel dann?

 

Kreuzungen, Bits und Fänger lenken die Kugeln durch das mechanische „Programm“. Foto: Rauber/htw saar

 

Nach der Einführung startete der praktische Teil. Die Schüler*innen bekamen Rätsel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. In kleinen Gruppen bauten sie ihre Lösungen auf den Spielbrettern und testeten sie mit den Kugeln. Die Aufgaben wurden nach und nach schwieriger, sodass alle mitmachen konnten und trotzdem immer neue Herausforderungen hatten. Da der Workshop über den gesamten Vormittag – von etwa 8 bis 13 Uhr – dreimal für wechselnde Gruppen mit jeweils bis zu 12 Plätzen angeboten wurde, bekamen insgesamt rund 35 Jugendliche die Gelegenheit, selbst zu tüfteln.

 

Volle Konzentration am Spielbrett: Schritt für Schritt entsteht eine eigene Lösung mit Turing Tumble. Foto: Rauber/htw saar

 

Die Teilnehmenden waren von Anfang an engagiert. Sie probierten viel aus, beobachteten genau den Lauf der Kugeln und änderten ihre Aufbauten, wenn etwas nicht funktionierte. Dabei wurde viel diskutiert, gelacht und gemeinsam überlegt. Besonders schön war zu sehen, dass einige Gruppen auf ganz eigene, kreative Lösungen gekommen sind, die trotzdem zum richtigen Ergebnis geführt haben.

 

Das studentische Team begleitete die Jugendlichen beim Tüfteln und gab bei kniffligen Aufgaben Tipps. Foto: Rauber/htw saar

 

Zum Abschluss jedes Durchlaufs erhielten die Schüler*innen eine Urkunde über ihre erfolgreiche Teilnahme. Insgesamt hat der Workshop den Jugendlichen sichtbar Spaß gemacht. Sie haben aktiv mitgemacht, sich gegenseitig geholfen und waren mit großer Motivation bei der Sache. Für uns als Studierende war es ein sehr gelungener Tag, an dem wir erleben konnten, wie gut sich Technik und logisches Denken spielerisch und verständlich vermitteln lassen.

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