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ACEEPT Project Week mit 100 Beteiligten

Vom 25. November bis 1. Dezember 2018 fand an der htw saar die 21. ACEEPT Project Week statt. Die Association des Centres Européens d’Education Professionnelle en Tourisme (ACEEPT) ist ein europaweites Netzwerk von Hochschulen mit touristischen Studiengängen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, der Schweiz sowie Spanien und der Türkei. Die Arbeitstreffen finden jährlich an wechselnden Orten und mit variierenden Themen statt. Dieses Jahr war Deutschland – repräsentiert von der htw saar – Gastgeberland. Zu der einwöchigen Arbeitswoche in Saarbrücken kamen rund 100 Studierende und Lehrkräfte. Thema der diesjährigen Veranstaltung war die Produktentwicklung im Tourismus. „Das Motto „Same same, but different“ bezieht sich auf einen in Asien weit verbreiteten Ausspruch. Er drückt das Bemühen der Straßenhändler aus, Touristen von der Einzigartigkeit ihrer angebotenen Leistung zu überzeugen“, erklärt Prof. Dr. Achim Schröder, Professor im Bereich Tourismus an der htw saar und Organisator der Themenwoche. „Vor der Herausforderung sich positiv gegenüber anderen Reisezielen abzugrenzen steht auch der Saarlandtourismus.“

Die Studierenden erhielten den Auftrag, während der Projektwoche neue Ideen für den Tourismus im Saarland zu entwickeln. Diese sollen die Aufenthaltsqualität steigern und neue Zielgruppen erschließen. Zudem sollen sie zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung beitragen. Hauptaugenmerk liegt auf den beiden touristischen Leuchtturmprojekten Saarschleife mit Cloef und dem Nationalparktor Keltenpark in Otzenhausen. Auf Exkursionen dorthin erhielten die angehenden Touristiker einen unmittelbaren Eindruck von der Situation vor Ort. Experten aus der Praxis gaben ihnen in Fachvorträgen und Gesprächen Tipps, worauf bei der Entwicklung von Produktideen zu achten ist. Die Bearbeitung der Wochenaufgabe erfolgte in international besetzten Teams. Ihre Produktideen stellten die Studierenden am Freitag, 30. November 2018 an der htw saar vor.

Acht Teams – acht unterschiedliche Ideen.

 

Das erste Team entwickelte als Idee „Tobi“, einen virtuellen Begleiter am Keltenpark in Form einer App für das Smartphone, die spielerisch Wissen über das Leben der Kelten vor Ort vermittelt. Mit Augmented Reality wird Geschichte lebendig, indem Tobi zeigt, wie Gebäude, Mauern etc. vor Ort seinerzeit aussahen.

Ein Team stellte ein Escape Game für den Keltenpark vor. Bei herkömmlichen Escape Games werden die Spieler in einen Raum gesperrt und müssen versuchen mit Hilfe von Hinweisen einen Ausweg zu finden. Die Studierenden übertrugen dieses Prinzip auf die freie Natur. Es gilt mit Hilfe von verstecken Hinweisen und Rätseln im Park einen Ausweg zum Ziel zu finden.

Experimentelle Archäologie als Tourismuskonzept stellte das nächste Team vor. Mit Handwerkern und Freiwilligen soll ein keltisches Dorf errichtet werden. Besucher können „mitbauen“ oder sich das keltische Leben in Echtzeit ansehen.

In den Bereich Quest stieß das nächste Team. Mit „Celtic Curse“ – dem Fluch des Kelten, entwickelten sie ein Quiz, mit dem die Keltenparkbesucher spielerisch mehr über das keltische Leben erfahren und ganz nebenbei einen keltischen Fürsten von seinem Fluch befreien.

Die andere Hälfte der international besetzten Projektteams hatte sich für die Saarschleife als Beispielstandort entschiedenen.

Einem Team lag die Work-Life-Balance am Herzen. Zielgruppe wären gestresste Topmanager, die im Projekt SaaRevital den Akku aufladen können. Ein klassisches Wellbeing-Angebot.

Mehr auf Adrenalin setzt das Saar Adventure Team. Es schlug vor, den Baumwipfelpfad um eine Kletterwand und Bungee-Absprungplattform zu ergänzen – beides mit Ausblick auf die Saarschleife.

Ein anderes Team zielte auf die immer reisefreudiger werdende gehobene Mittelschicht in China ab. Für diese ist es offenbar der letzte Schrei, eine westliche Hochzeit mit chinesischen Akzenten im Westen zu feiern. Für diesen Wachstumsmarkt kombinierte das Team die Bekanntheit von Villeroy&Boch mit der Attraktivität der Saarschleife in Form eines Hochzeitsarrangements.

Offenbar vom Weihnachtsmarktbesuch inspiriert entwickelte ein Team die Idee eines schwimmenden Weihnachtsmarktes auf der Saarschleife. Auf einem Schiff werden regionale Produkte präsentiert. Die Idee kombiniert den Flair einer Flusskreuzfahrt mit dem Charme eines Weihnachtsmarktes.

Eine Jury aus Praktikern, Studierenden sowie Lehrkräften bewertet die Vorschläge hinsichtlich Kreativität und Realisierbarkeit und kürte die Gewinnerteams: Der erste Platz ging an die das Projekt „Tobi App“, Platz zwei an die Idee des Hochzeitspakets für chinesische Gäste und den dritten Platz erhielt der Vorschlag der Kletterwand am Baumwipfelpfad.

Die Zertifikats- und Preisübergabe erfolgt im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung. Eine Abschiedsparty rundet die ereignisreiche Woche ab. Mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und einem europaweiten Netzwerk freundschaftlicher und professioneller Kontakte kehrten die Teilnehmer anschließend in ihre Heimatländer zurück – als Kenner und vielleicht auch als Botschafter des Saarlands.

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