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Forschungsprojekt „BiJuSaar“

Über die Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und Trans*-Jugendlichen (LSBT*-Jugendlichen) im sog. Übergangssystem zwischen Schule und Beruf ist bisher wenig bekannt. Das Übergangssystem umfasst Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, die junge Menschen ohne oder mit niedrigen Schulabschlüssen eine Übergangsmöglichkeit zwischen dem Verlassen der allgemeinbildenden Schule und der Aufnahme einer Berufsausbildung bieten.

In dem Projekt „Coming-out – und dann … ?!“ sowie in der Studie „Queere Freizeit“ des Deutschen Jugendinstituts zeigt sich, dass LSBT*-Jugendliche häufig Diskriminierungen, teilweise auch im Bereich von Schule, Ausbildung und Beruf erleben. Für den allgemeinbildenden Schulbereich gibt es inzwischen einige Studien, wie z.B. von Ulrich Klocke zur Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schule, während es an Wissen über bildungsbenachteiligte LSBT*-Jugendliche mangelt. An diesem Punkt setzt das Projekt „BiJuSaar“ (bildungsbenachteiligte LSBT* im Übergangssystem der Jugendberufshilfe im Saarland) von Prof. Dr. Ulrike Zöller  der htw saar an, das am 1. Oktober 2019 startete. Im Fokus steht die Situation von LSBT*-Jugendlichen im Übergangssystem, das jungen Menschen ohne oder mit niedrigen Schulabschlüssen eine Übergangsmöglichkeit zwischen dem Verlassen der Schule und der Aufnahme einer Berufsausbildung bietet. Untersucht wird hierbei, wie und ob sich (Diskriminierungs-)Erfahrungen von jungen LSBT* Personen, die sich in Maßnahmen des Übergangssystems befinden, auf den Zugang zum Erwerbsarbeitsmarkt und die gesellschaftliche Teilhabe auswirken.

Geplant ist eine partizipative ethnografische Erhebung im Rahmen einer Praxisforschung im Großraum Saarbrücken, die erste Erkenntnisse über (Diskriminierungs-)Erfahrungen und die möglichen Auswirkungen dieser auf den Zugang zum Erwerbsarbeitsmarkt und die gesellschaftliche Teilhabe liefern soll. Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen Ansatzpunkte für eine unterstützende sozialpädagogische Praxis entwickelt werden.

Das Forschungsprojekt der htw saar ist ein Teil eines Verbundprojektes mit der Hochschule Fulda, der Hochschule Esslingen und der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. Es wird durch die Initialförderung der htw saar gefördert.

 

Projektleitung
Prof. Dr. Ulrike Zöller
Studiendekanin
htw saar | Fakultät für Sozialwissenschaften
ulrike.zoeller@htwsaar.de

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Marie-Claire Kieffer, M.A.
htw saar | Fakultät für Sozialwissenschaften
marie-claire.kieffer@htwsaar.de

 

* Die Schreibweise t*/Trans* wird verwendet, da der Begriff Trans* sowohl Transgender- als auch transsexuelle Personen umfasst. Transgender-Personen sind Menschen, die sich weder dem Geschlecht Frau noch Mann zuordnen wollen oder können, während transsexuelle Personen durch Hormone und Operationen ihren Körper verändern, um im entgegengesetzten Geschlecht als das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesene Geschlecht zu leben.

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