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5G NetMobil – Kommunikationsinfrastruktur für taktil vernetztes Fahren

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 8,5 Mio. Euro geförderte Forschungsprojekt (https://www.forschung-it-sicherheit-kommunikationssysteme.de/projekte/5g-netmobil) 5G NetMobil hat sich drei Jahre (03/2017 – 04/2020) mit der Entwicklung einer umfassenden Kommunikationsinfrastruktur für taktil vernetztes-automatisiertes Fahren beschäftigt. Hauptziel war es, die Vorteile in Bezug auf Verkehrssicherheit, Verkehrseffizienz und Umweltbelastung gegenüber dem ausschließlich auf lokalen Sensordaten basierenden automatisierten Fahren aufzuzeigen.

Während autonomes Fahren bereits mehr Komfort und Sicherheit verspricht, ermöglicht das taktil vernetzte Fahren neue Fahrstrategien, welche die Sicherheit des Straßenverkehrs nochmals erhöhen, den CO2 Ausstoß signifikant verringern, und die Verkehrseffizienz auf der Straße durch bessere Auslastung und verringerte Stau- und Unfallgefahr erheblich verbessern.

Die technischen Entwicklungen des Projektes wurden anhand fünf verschiedener praxisnaher Anwendungsfälle demonstriert und verifiziert:

  • High Density Platooning
    Realisierung von High Density Platooning mit Fahrzeugabständen von weniger als 10 Metern zur deutlichen Reduktion des Spritverbrauchs.
  • Paralleles Platooning
    Automatische Steuerung der Erntemaschinenflotte bei Überladevorgängen. Präzises Parallelfahren soll über Kommunikation – auch bei fehlender Netzabdeckung – erreicht werden.
  • Kreuzungsassistent
    Die Sicherheit von ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Fahrradfahrern wird durch infrastrukturseitige Erfassung erhöht. Kommunikation in Echtzeit verteilt diese Information an andere Verkehrsteilnehmer.
  • Intelligente Verkehrssteuerung
    Effizientere Verkehrsraumnutzung durch die Vernetzung von Lichtsignalanlagen mit Fahrzeugen. So können z.B. Konvois von Fahrzeugen durch die Beeinflussung von LSA-Anlagen schneller durch Städte gesteuert werden.
  • Koexistenz verschiedener Dienstklassen
    Die Einhaltung der Anforderungen unterschiedlicher Dienstklassen wird gewährleistet. Dadurch können sicherheitskritische Anwendungen im Bereich des autonomen Fahrens und Insassenentertainment im gleichen Netz erreicht werden.

Die Forschungsgruppe Verkehrstelematik (FGVT) der htw saar (https://fgvt.htwsaar.de) hatte im Projekt zentrale Aufgaben. Maßgeblich mitgestaltet wurde der Anwendungsfall „Kreuzungsassistent“ (CC-VRU), der das Ziel hat, Fußgänger und Fahrradfahrer in unübersichtlichen Situationen durch Kommunikationstechnologien besser zu schützen. So wurde der Use Case im Projekt definiert, die Anforderungen erfasst und der Anwendungsfall schließlich im realen Straßenverkehr umgesetzt.

In der Verantwortung der htw saar Wissenschaftler lag auch die Gesamtintegration aller fünf Projekt-Anwendungsfälle sowie die Testdurchführung in Simulations-, Labor- und Realumgebungen. So wurde der Fußgängerschutzanwendungsfall in das htw saar eigene Testfeld „ITeM“ (https://fgvt.htwsaar.de/site/item-its-testfeld-merzig/) eingebettet, intensiv getestet und auch beim Tag des offenen Testfelds 2019 der FGVT der Öffentlichkeit präsentiert.

Auch die Planung und Vorbereitung der Abschlussdemonstration war mit Aufgabe der htw saar.

Aufgrund der Entwicklungen und Rahmenumstände in Zusammenhang mit der SARS-CoV-2-Pandemie konnte die lange geplante öffentliche Live-Ergebnisdemonstration am ATC-Testing Center in Aldenhoven leider nicht durchgeführt werden. Die Ergebnisse wurden daher in Form eines Projektvideos, einer Reihe von Themenplakaten und der Zusammenstellung der wissenschaftlichen Projektveröffentlichungen aufbereitet und sind auf der Webseite des 5G NetMobil-Projektes abrufbar.

 

Weitere Informationen:

https://5g-netmobil.de

 

Offizielle Pressemeldung:

Deutsch: https://5g-netmobil.de/downloads/PI10944_de.pdf
Englisch: https://5g-netmobil.de/downloads/PI10944_en.pdf

 

Der 5G NetMobil Forschungsverbund aus starken und einflussreichen Industrieunternehmen, hochinnovativem Mittelstand und exzellenten Forschungseinrichtungen:

 

  • Robert Bosch GmbH (Projektkoordinator)
  • Technische Universität Dresden (Co-Projektkoordinator)
  • Acticom GmbH
  • BMW AG
  • CLAAS GmbH
  • Deutsche Telekom AG
  • dresden elektronik ingenieurtechnik GmbH
  • Ericsson GmbH
  • Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut
  • Heusch/Boesefeldt GmbH
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes – htw saar
  • Logic Way GmbH
  • Nokia
  • Technische Universität Kaiserslautern
  • Vodafone GmbH
  • Volkswagen AG
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