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Ingenieurwesen hautnah erleben

In den letzten Wochen besuchten die Studierenden des Zertifikatsstudiengangs ‚Technisches Projektmanagement‘ im Rahmen der Intensivwochen gleich mehrere saarländische Großunternehmen und konnten so einen Eindruck davon bekommen, wie Praxisbezug im Saarland aussieht. Den Anfang machte das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) in Saarbrücken, gefolgt von der Hager Group in Blieskastel, dem Saarstahl Werk Burbach und zuletzt der MAT Neunkirchen GmbH.

 

 

Bei einem spannenden Rundgang durch das ZeMA in Saarbrücken lernten die Studierenden, wie viele interessanten Projekte und Anwendungen es rund um intelligente Materialien, Industrie 4.0, Assistenzsysteme, Inbetriebnahme autonom fahrender Fahrzeuge und Robotik gibt. Im Anschluss durften sie noch die Roboter-Dame Pepper kennenlernen.

Als nächstes hatte die Studiengruppe die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der modernen Fertigung bei der Hager Group am Standort Blieskastel zu werfen. Das saarländische Familienunternehmen ist ein führender Anbieter von Lösungen und Dienstleistungen für elektrotechnische Installationen im Wohn- und Gewerbebau. In der informativen Führung durch das Werk konnten die Studierenden hautnah erleben, wie an den Montagelinien sowohl mit automatisierter Robotertechnik als auch in präziser Handarbeit innovative Produkte der Elek­tro­in­stal­la­ti­ons­technik entstehen. Besonders beeindruckend war auch der logistische Teil der Führung. Hier konnten die Studierenden sehen, wie mithilfe hochmodernder Technik im Hochregallager und systematischer Prozessteuerung bis zu 40 LKW pro Tag beladen werden.

Im Saarstahl Werk in Burbach erlebten die Studierenden, wie aus einem 20 Meter langen Kolben Stahl am Ende über 13 Kilometer Draht entstehen. Sie sahen die Lagerung der Kolben, die lange Drahtstraße, in der der Stahl immer dünner wird, und schließlich die Verpackung und den Versand der fertigen Drahtrollen. Die Ingenieur*innen unseres Zertifikatsstudiengangs waren begeistert vom Walzwerk, das als eine der weltweit leistungsfähigsten Anlagen gilt.

Der Besuch bei MAT in Neunkirchen war für die Teilnehmenden „eine ganz heiße Sache“. Das marktführende Unternehmen bei der Produktion komplexer Sicherheitsteile beliefert europaweit u.a. zahlreiche Automobilhersteller mit ihren Teilen aus Sphäro-Guss. David Feichtner, Prozessmanager im Werk Burbach, erklärte zu Beginn eindrucksvoll, wie aus einem Stück Blech ein fertiges Gießteil wird. Nach den Erklärungen ging es zur Führung durch die verschiedenen Abteilungen der Gießerei:  Die Teilnehmenden waren stark beeindruckt, von dem, was die Arbeiter*innen hier leisten. Überall ist es laut, heiß und schmutzig. Automatisierung ist hier noch kein Alltag, viele Arbeitsgänge werden von Hand ausgeführt. Beim Gießvorgang, den die Studierenden allein schon wegen der Hitze aus gebührendem Sicherheitsabstand verfolgten, gab es einen zauberhaften Funkenregen und der allgegenwärtige dunkle Staub verschleierte alles ein wenig.

 

Zuletzt nahmen unsere Teilnehmenden am Workshop „Modellfabrik“ am Innovationscampus teil, um unter der Leitung von Anne Steinhaus Techniken zur Optimierung von Produktionsprozessen realitätsnah zu erlernen. Das Tagesziel für die Gruppe: Flugzeuge mit Baufix-Elementen bauen und das mit einer schrittweisen Perfektionierung der Montage. Im Workshops schärften die Ingenieur*innen ihren Blick für Verschwendung und lernten Werkzeuge und Methoden aus den Bereichen Produktion, Management und Qualität kennen. In Teamarbeit entstanden so am Ende des Tages zahlreiche kleine Spielzeug-Flugzeuge.

 

Zusammenfassend eine sehr spannende Woche, die zeigt, wie stark das Ingenieurwesen und seine Schnittbereiche das Saarland prägen.

Das Zertifikatsprogramm ‚Technisches Projektmanagement‘ hat das Ziel, ingenieurtechnische Fachkräfte berufsbezogen zu qualifizieren und praxisorientiert für den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Aktuelle Informationen gibt es immer auch unter https://www.facebook.com/saaring.htwsaar.

 

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