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Symposium „Wissenschaft und Arbeitswelt“

Am 19. November 2021 wurden im Rahmen des 1. Symposiums „Wissenschaft und Arbeitswelt“ die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Unternehmensgründungen im Umfeld saarländischer Hochschulen“ an der htw saar vorgestellt und mit hochrangigen Akteuren aus Politik und Wissenschaft diskutiert. Das Symposium ist eine gemeinsame Veranstaltung der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KoWA), der Universität des Saarlandes, der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw saar) und der Arbeitskammer des Saarlandes.

Der Präsident der htw saar, Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard, eröffnete das 1. Symposium „Wissenschaft und Arbeitswelt“. Fotos: Sand/ htw saar

Hochschulen sind Innovationstreiber und wichtige Standorte für die Gründerszene. In ihrem Symposium „Wissenschaft und Arbeitswelt“ haben die Veranstalter das Gründungsgeschehen an der htw saar und UdS in den Fokus gerückt. Was sind die Erfolgsfaktoren für diese Unternehmensgründungen? Wie müssen sie finanziert werden? Und welches sind die regionalökonomischen Effekte?

„Bei Gründungsinteressierten sind finanzielle Risiken und Kapitalbeschaffung zentrale Gründungshemmnisse – um hier Chancen für saarländische Startups zu realisieren, müssen Finanzierungsmodelle und Wachstumsziele besser aufeinander abgestimmt sein, zudem müssen Startups rasch an kapitalmarktnähere Finanzierungen herangeführt werden“, erklärte Prof. Dr. Markus Thomas Münter, Professor für Volkswirtschaftslehre, Mikroökonomie und Wirtschaftswissenschaften an der htw saar und Experte im Bereich Unternehmensgründung und Finanzierung.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Sven Heidenreich und Michael Koch von der UdS stellte er die Forschungsergebnisse des von der KoWa 2018 beauftragten Projektes „Unternehmensgründungen im Umfeld saarländischer Hochschulen“ vor. Für die Studie hatte ein Team der UdS und htw saar im Sommer 2019 mehr als 20 000 Studierende der saarländischen Hochschulen zu Gründungsneigung und Gründerökosystem befragt. Ziel war es, die Gründungsdynamik im Saarland besser zu greifen und mögliche wirtschaftspolitische Handlungsoptionen im Umfeld der Hochschulen zu identifizieren. 2.041 Personen haben zu Gründungsneigung, Unterstützung durch Hochschulen und Gründerökosystem und möglichen Barrieren geantwortet, davon auch 318 aktuelle oder ehemalige Gründer zu eigenen Gründungserfahrungen.

Prof. Dr. Markus Münter präsentierte gemeinsam mit Prof. Dr. Sven Heidenreich und Michael Koch von der UdS die Forschungsergebnisse der Studie „Unternehmensgründungen im Umfeld saarländischer Hochschulen“.

 

Folgende Kernergebnisse wurden festgehalten:

 

  • 40 Prozent der Teilnehmer der Studie haben latentes Interesse an Gründung, sind aber zu einem Großteil keine wirklichen Gründertypen – 44 Prozent der Studierenden haben kein Gründungsinteresse und sind auch kaum aktivierbar.
  • Kapitalmangel und finanzielle Risiken, das stark verteilte Gründerökosystem, hohe Risikoaversion, fehlender Gestaltungswille und bürokratische Hürden werden als stärkste Hemmnisse für Unternehmensgründungen identifiziert.
  • Studierende werden weit stärker durch hochschulexterne Formate und Ansprechpartner aktiviert, als durch hochschulinterne Unterstützung.

 

Aus der Studie ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen:

  • Unterstützung muss Fokus auf BWL- und Ingenieur-Studierende mit Hard Skills (nicht Ideensuche, sondern umsetzungsorientierte Fähigkeiten) und Finanzierung setzen – generell muss das hochschulübergreifende Gründerökosystem an den Hochschulen weit präsenter werden.
  • Integrierte Formate müssen Gründungsphasen deutlich gezielter adressieren – insbesondere Recht, Finanzierung und Vertrieb, zudem muss die Gründungsbürokratie deutlich reduziert werden.
  • Für Beschäftigungswirkung im Saarland muss deutlich stärkere Selektion auf innovations- und wachstumsaffine Bereiche greifen – zudem ist Wettbewerb zwischen Finanzierungsformen mit ambitionierteren ökonomischen Zielen notwendig.
Zum Thema Gründungsszene im Umfeld saarländischer Hochschulen diskutierten (v.l.): Prof. Dr. Rolf Müller, Geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland, Staatssekretär Jürgen Barke, Prof. Dr. Manfred Schmitt, Präsident der Universität des Saarlandes und Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard, Präsident der htw saar. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Dörte Grabbert, Pressesprecherin Arbeitskammer des Saarlandes.

 

Im Anschluss wurden die Ergebnisse mit Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft und Politik diskutiert. Podiumsgäste waren: Staatssekretär Jürgen Barke, Prof. Dr. Manfred Schmitt, Präsident der Universität des Saarlandes; Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard, Präsident der htw saar; Prof. Dr. Rolf Müller, Geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland. Moderiert wurde die Diskussion von Dörte Grabbert, Pressesprecherin der Arbeitskammer des Saarlandes.

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