Sie lesen gerade: Wo Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen ausgebildet werden

Wo Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen ausgebildet werden

Das „Testfeld Digitalisierung in der Produktion“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut und nachhaltig um zukunftsweisende Themenschwerpunkte ergänzt werden. Eine entsprechende Vereinbarung zur weiteren Förderung unterzeichneten heute Ministerpräsident Tobias Hans, der Präsident der htw saar Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard sowie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung ME Saar Oswald Bubel und der stellv. Vorstandsvorsitzende Martin Schlechter. 

Unterstützung für das rund 1,6 Mio. Euro umfassende Vorhaben erhält die Hochschule dabei durch die Stiftung des Verbands der Metall- und Elektroindustrie (1 Million Euro) und die Staatskanzlei des Saarlandes (400. 000 Euro). Die restlichen Kosten deckt die htw saar aus ihrem Globalhaushalt. „Das Testfeld Digitalisierung der htw saar hat sich in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen Labor für die Ausbildung junger Ingenieurinnen und Ingenieure, aber auch für die Entwicklung neuer Innovationen entwickelt. Hier werden nicht nur die Konzepte für die Arbeitsplätze von morgen geschaffen, sondern auch die dazu benötigten Fachkräfte gleich mit ausgebildet“, so Ministerpräsident Tobias Hans.

„Das Testfeld Digitalisierung bietet nicht nur die Möglichkeiten, Studentinnen und Studenten der htw saar in einer realen Umgebung auszubilden, es ist auch die Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten in diesem wichtigen Zukunftsfeld und damit die Basis künftiger Entwicklungen“, sagt Oswald Bubel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung ME Saar. „Die Unternehmen im Saarland profitieren davon, weil sie nicht nur auf gut ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen können, sondern weil über das Testfeld auch neue Impulse zur Digitalisierung und Industrie 4.0 in die Wirtschaft getragen werden, die dann schrittweise realisiert werden können. Gerade die Mensch-Roboter-Kollaboration, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist ein wichtiger Schwerpunkt der neuen Förderperiode.“

Bereits 2017 wurde das „Testfeld Digitalisierung in der Produktion“ als interdisziplinäre Kollaborationsplattform für Forschung und Lehre gegründet und bis heute sukzessive weiterentwickelt. Das Testfeld, im Technikum am Campus Alt-Saarbrücken verortet, ist fest in beide Bereiche der Hochschule integriert. Als leistungsstarke Modellfabrik dient es Studierenden der Studienbereiche Informatik, Mechatronik, Biomedizintechnik/-Neurowissenschaften, Maschinenbau und Elektrotechnik, sowie Unternehmen als Trainingsplattform. Hier werden aktuelle und zukünftige Konzepte und Technologien der digitalisierten Produktion erlernt, getestet und selbst von den Studierenden aufgebaut. Derzeit bietet das Testfeld Schwerpunkte in diversen Bereichen moderner Produktionskonzepte, wie beispielsweise kollaborative Robotik, künstliche Intelligenz, Automatisierung im Kontext von Produktionsabläufen, Internet of Things sowie Virtual und Augmented Reality.

„Wir freuen uns, dank der Unterstützung durch die Stiftung von ME Saar und durch die Staatskanzlei die Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren im Saarland im Testfeld Digitalisierung auch in den kommenden Jahren zukunftsorientiert und praxisnah weiterentwickeln zu können. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Arbeit im Testfeld unseren Absolventinnen und Absolventen in vielen Fällen den Weg in eine erfolgreiche berufliche Karriere geebnet hat. Die regionalen Unternehmen profitieren von diesem qualifizierten Nachwuchs, aber natürlich auch von Transferprojekten im Testfeld“, sagt Professor Dr.-Ing. Dieter Leonhard, Präsident der htw saar.

Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass sich das Testfeld Digitalisierung weiterentwickeln kann. Durch die Folgefinanzierung kann die erfolgreiche Arbeit im Testfeld fortgeführt werden. Gleichzeitig soll eine neue Modellproduktion realisiert werden, die aktuelle Problemstellungen der heutigen Fertigung aufgreift und praktische Lösungsansätze durch innovative Technologien entwickelt. In Form von Projekt- und Abschlussarbeiten werden auch hier die Studierenden der htw saar wieder aktiv mit eingebunden, um einen direkten Mehrwert für ihr Studium zu generieren.

Künftige Schwerpunkte liegen auf „Edge Computing“, also der dezentralen Verarbeitung direkt dort, wo Daten bei Maschinen oder Menschen entstehen, als Basis für eine intelligente Produktionssteuerung (MES) der Zukunft. Im Fokus stehen ebenfalls Mensch-Roboter-Interaktion sowie Augmented, Virtual und Mixed Reality. „Mit der Weiterentwicklung unseres Testfelds Digitalisierung um diese zukunftsweisenden Schwerpunkte tragen wir den durch die Digitalisierung der Produktion gestiegenen disziplinübergreifenden Anforderungen des Ingenieurberufs Rechnung. Auf der anderen Seite sind die Ergebnisse von Forschung, Entwicklung und Innovation des Testfelds die Basis für Technologietransfer und damit ein Mehrwert für die saarländische, aber auch überregionale Industrie“, erklärt Prof. Dr. Martina Lehser, Leiterin des Testfelds Digitalisierung.

 

Hintergrund Testfeld Digitalisierung in der Produktion
Das Testfeld Digitalisierung in der Produktion fungiert als eine Art Modellfabrik, in der Automatisierungsprozesse für die Industrie 4.0 getestet werden. Themenschwerpunkte sind Digitalisierung, Mensch-Technik-Interaktion, Produktionssysteme und -technologien sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. Eine Besonderheit des Testfelds für angehende Ingenieur*innen besteht darin, dass hier Mensch und Maschine, autonome Roboter und Transporteinheiten, interagieren. Wie sich Menschen mit Robotern vertragen, erforscht Prof. Dr. Dr. Daniel Strauß. Der Neurowissenschaftler ergründet mit einem weltweit einzigartigen Simulator die Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Die Kommunikation zwischen Robotern und wie sich diese mit Produktionsmaschinen austauschen, ist das Fachgebiet von Prof. Dr. Steffen Knapp. Als Informatiker erforscht Prof. Knapp die Anwendung neuartiger Kommunikationstechnologien, um einen sicheren und effizienten Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Akteuren zu realisieren.

Weitere Infos unter www.emrolab.org

Artikel drucken

0 Kommentare in “Wo Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen ausgebildet werden”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.