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Selbstgesteuertes Lernen

Bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre: Der Qualitätspakt Lehre unterstützt deutsche Hochschulen, die Betreuung der Studierenden und die Qualität der Lehre zu verbessern. Im Rahmen des gemeinsamen Bund-Länder-Programms wird das Projekt „Optimierung des Studienerfolgs“ der htw saar bis Ende 2020 gefördert. Jedes Semester finden an der htw saar thematische Workshops statt, die die Vernetzung und den Austausch zwischen den Mitarbeitern ermöglichen.

Im Sommersemester 2017 widmete sich der Mitarbeiter-Workshop dem Thema „Selbstgesteuertes Lernen“. Dieses ist von hoher Relevanz für den Studienerfolg, denn Studierende scheinen mit der Selbstverantwortung für ihr eigenes Lernen oftmals überfordert. In der Phase II (2017-2020) des QL-Projektes „Optimierung des Studienerfolgs“ ist das Thema an die Stelle zur Förderung sozialer Kompetenzen angebunden. In einer umfangreichen Schulungsmaßnahme wurden in den Jahren 2013-2015 bereits über 50 Lehrende in Workshops, einer einjährigen Schulung und zum Teil in einer SOL-Teamschulung (Selbstorganisiertes Lernen nach Herold) geschult. Dadurch wurde eine breite Basis für die weitere Implementierung von SOL-Bausteinen an der Hochschule gelegt, die sukzessive an die Bedarfe und Möglichkeiten vor Ort angepasst und als selbstgesteuertes Lernen weiterentwickelt wurden. Einen Teil der Ergebnisse konnten die Teilnehmer während des Workshops bestaunen.

Bevor es in die thematische Arbeit ging, brachte Projektkoordinator Markus Ehses die Teilnehmer auf den neuesten Stand bezüglich der Projektdurchführung: Der Abschlussbericht zur Projektphase I wurde eingesandt. Eine breit angelegte Schulungsmaßnahme zur Steigerung der Qualität von Videos in der Lehre, für die die Hochschule für Bildende Künste (HBKsaar) beauftragt wurde, startete erfolgreich mit Schulungen von Lehrenden und Studierendengruppen. Erste Videoproduktionen konnten zum Ende des Sommersemesters bereits fertiggestellt werden. Zur Implementierung des Qualitätsmanagement-Konzepts auf Fakultätsebene wurde das Team Q eingesetzt, in dem unter anderem die zentralen und die neu eingerichteten dezentralen QM-Referenten das QM-Konzept unter engem Einbezug der Fakultäten weiterentwickeln und Maßnahmen abstimmen. Darüber hinaus wurde das Integrationsportal für Flüchtlinge DaFür, das inhaltlich von Tina Flauder (LfbA Deutsch als Fremdsprache erstellt wurde, mehrfach ausgezeichnet.

Anschließend ging es in die interaktive Phase. Die Workshop-Teilnehmer reflektierten anhand von Leitfragen individuell und in Kleingruppen ihr Verständnis von selbstgesteuertem Lernen. Präsentationen von Teilprojekten, in denen selbstgesteuertes Lernen zentral ist, zeigten plastisch, wie eine bestehende Lehrveranstaltung mit Elementen des selbstgesteuerten Lernens in eine lernerzentrierte Umgebung transformiert werden kann.

  • Bettina Schäfer (Bauingenieurwesen) zeigte eine konsequente Implementierung der SOL-Prinzipien in das Studienprojekt des ersten Semesters.
  • Claudia Servé (Französisch und Spanisch in Studiengängen der Fakultät Wirtschaftwisschenschaften) passte die SOL-Prinzipien auf die Bedarfe des Fremdsprachenlernens an.
  • Agnes Jasiok (Referentin zur Förderung sozialer und Selbstlernkompetenzen) entwickelte ein Konzept, das ein grundlegendes Verständnis von sozialen Kompetenzen für die Hochschule sowie einen daraus abgeleiteten Maßnahmenkatalog vorstellt. Soziale und Selbstlernkompetenzen, die zentral für die Employability sind, werden in der Durchführung von Gruppenarbeiten z.B. im Rahmen von Studienprojekten gefördert.

Im Anschluss leitete Agnes Jasiok zum zweiten interaktiven Teil des Workshops über. Anhand von Leitfragen setzten sich die Workshop-Teilnehmer an zwei Thementischen mit der Rolle des Lernbegleiters im selbstgesteuerten Lernprozess auseinander. Die gesammelten Beiträge präsentierten sie am Ende der Veranstaltung dem Plenum.

Die Praxisbeispiele und die Diskussion zeigten, dass das Thema für Lehrende im Lichte steigender Heterogenität der Studierenden hohe Relevanz hat. Die Ausrichtung der Lehre auf den Zuwachs an Handlungskompetenz zieht eine Lernerzentrierung der Lehre nach sich – für Lehrende findet ein Rollenwechsel vom Dozierenden zum Lernbegleiter oder -coach statt. Für die Lernenden heißt dies, dass sie „die Bereitschaft, Fähigkeiten und Fertigkeiten [besitzen müssen], den eigenen Lernprozess selbstgesteuert zu gestalten.“* In anderen Worten: Man kann ein Pferd zwar zum Brunnen führen, zum Trinken zwingen kann man es jedoch nicht.

 

Für Fragen und fachliche Unterstützung bei der Implementierung von Elementen des selbstorganisierten/-regulierten/-gesteuerten Lernens steht Ihnen Agnes Jasiok  (Tel. 0681 58 67-200) gerne zur Verfügung.

Ein Fotoprotokoll und die Präsentationen des Workshops finden Sie im Intranet.

Weitere Informationen zum Qualitätspakt Lehre-Projekt

 

* Arnold, Rolf; Gómez Tutor, Claudia; Kammerer, Jutta (2001): Selbstlernkompetenzen. Arbeitspapier 1 des Forschungsprojekts „Selbstlernfähigkeit, pädagogische Professionalität und Lernkulturwandel“, Kaiserslautern, S. 5.

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