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Die Zukunft der Lehre ist digital, flexibel und international

Im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre hat die htw saar ihre Qualitätsstandards in der Lehre in den vergangenen acht Jahren kontinuierlich ausgebaut. Zum Projektende zieht die Hochschule ein Resümee und gibt Einblicke, wie gute Lehre auch in Zukunft weiter ausgebaut wird.

Fasst man die letzten acht Jahre zusammen, so hat der Qualitätspakt Lehre das Verständnis, was gute Lehre bedeutet, deutlich geschärft und weiterentwickelt. „Zwischen Wissen besitzen und Wissen vermitteln, gibt es einen riesen Unterschied. Der Qualitätspakt Lehre hat den Lehrenden gezeigt: Ihr könnt an eurer Wissensvermittlung arbeiten, und dabei ist es völlig in Ordnung, wenn ihr eine angebotene Unterstützung nutzt. Diese Einsicht hat das Mindset an unserer Hochschule nachhaltig verändert,“ fasst Prof. Dr. Andy Junker, Vizepräsident für Studium, Lehre und Internationalisierung, den Kulturwandel zusammen.

Mit dem Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre, dem Qualitätspakt Lehre, stellte der Bund von 2012 bis 2020 rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung, um die Betreuung der Studierenden und die Qualität der Lehre zu verbessern. In der ersten Förderphase bis 2016 wurden 186 Hochschulen gefördert. Für die zweite Förderphase bis Ende 2020 wurden die Fortsetzungsanträge von 156 Hochschulen ausgewählt.

In beiden Förderphasen konnte die htw saar mit ihren Anträgen überzeugen und wurde mit insgesamt 12,1 Mio. Euro gefördert. 62 Projektmitarbeiter haben in 35 Teilprojekten zukunftsweisende Impulse zur qualitätsorientierten Weiterentwicklung der Lehre an der htw saar gesetzt. Dabei dockten sie auch an bestehende Projekte an, die an der Hochschule erfolgreich waren, wie das Mentoringprogramm. Dieses wurde in der Fakultät für Sozialwissenschaften entwickelt. Mit dem Qualitätspakt Lehre gelang die Übertragung in alle Fakultäten.

„Ob eLearning, Mentoringprogramm, Studiumplus, Weiterbildungsangebote, die vielfältigen Tutorien und Unterstützungsangebote: Als wir diese Maßnahmen etabliert hatten, nahmen viele das Qualitätspakt-Lehre-Projekt für die Hochschule als echten Gewinn wahr,“ ergänzt Dr. Markus Ehses, Projektkoordinator Studium und Lehre.

Das Projekt „Optimierung des Studienerfolgs“ war in allen vier Fakultäten präsent und trug mit den Projektsäulen Betreuung, Individualisierung, Praxisbezug und Qualitätssicherung sowie dem Querschnittthema „Einbezug von Studierenden“ wesentlich zur Qualitätssteigerung und dem Stellenwert der Lehre an der htw saar bei. In den vergangenen Jahren wurde die Expertise in Studium und Lehre ausgebaut. „Diese Expertise zählt zum Kapital einer Hochschule, auf dem man die Erfolge der Zukunft aufbauen kann,“ erklärt Junker.

Über das Projektende hinaus werden die Themen Digitalisierung in der Lehre, Heterogenität der Studierenden und Internationalisierung ihre hohe Relevanz in der Lehre an der htw saar behalten. Auch nach dem Projektende arbeitet die Hochschule daran, die Qualität ihrer Lehre stetig zu verbessern.

Weitere Infos zu den einzelnen Projekten unter https://www.htwsaar.de/ql

 

Hintergrund

Die Säulen im Projekt „Optimierung des Studienerfolgs“

Betreuungssituation

Der Fokus der Projektsäule „Verbesserung der Betreuungssituation“ liegt auf der Sicherung von zusätzlichen Tutorien, Übungsangeboten und betreuten Lernzeiten sowie der Verbesserung der Qualität vorhandener Unterstützungsmaßnahmen. Schulungen von Mentor*innen, Mitarbeiter*innen, externen Lehrbeauftragten wurden verstärkt, Beratungsangebote ausgebaut. Eine umfassende, individuelle und hochwertige Betreuung wirkt der fachlichen Überforderung, insbesondere in der Studieneingangsphase entgegen.

In der Projektsäule sind die zentral angesiedelten Programme Mentoring und Weiterbildung sowie in den Fakultäten neun Stellen für Lehrkräfte für besondere Aufgaben in als besonders kritisch für den Studienerfolg eingestuften Fachgebieten gruppiert. Die interne Weiterbildung bildet mit der Hochschuldidaktik die neu gebildete Organisationseinheit „interne Qualifikation“, in der nun alle Fortbildungsangebote für Professor*innen, Mitarbeiter*innen und Lehrbeauftragte angeboten werden. Das Projekt Mathe-MAX bündelt vier Teilprojekte zur Förderung der mathematischen Kompetenzen am Übergang von der Schule in die Hochschule.

 

Individualisierung

Die Maßnahmen in der Projektsäule „Einrichtung individualisierter Studienangebote“ wurden von reinen Unterstützungs- und Profilierungsangeboten aus der ersten Projektphase hin zu einer stärkeren Aktivierung der Studierenden in der zweiten Projektphase weiterentwickelt. Die Übernahme von Verantwortung sowohl für den eigenen Lernprozess als auch für das gesellschaftliche Umfeld stand hierbei im Zentrum. Mit zunehmender Heterogenität der Studierendenschaft und der Erkenntnis, dass Lernen sehr individuell, aber immer im Austausch mit anderen geschieht, wächst die Bedeutung des bewusst selbst bestimmten Studierens und der sozialen Kompetenzen im gesamten Lehr-/Lernprozess. Die Angebote dienen dazu, die Employability der Studierenden zu steigern.

Teilprojekte in der Projektsäule sind das zentrale eLearning, das Studiumplus und die Förderung von Selbst- und sozialen Kompetenzen in einer zentralen und fünf dezentralen Teilprojekten. Die eLearning-Stelle entwickelte federführend die eLearning-Strategie der Hochschule und führte die neuen Lernmanagement-Plattform Moodle ein. Durch ein breit angelegtes Programm zu Selbstlernkompetenzen (SOL nach Herold®) wurden zahlreiche Lehrenden in der Gestaltung von Selbstlernmodulen geschult und durch das Bonusheft sozial(und)engagiert wird studentisches ehrenamtliches Engagement an der Hochschule gewürdigt. Die Projektstellen Studiumplus, Unternehmenskontakte, Mentoring und Deutsch-als-Fremdsprache bündeln ihre Angebote im neu konzipierten Career Service.

 

Praxisorientierung

Die Maßnahmen in der Projektsäule „Stärkung der Praxisorientierung“ dienten der Steigerung der Studienmotivation, der Optimierung des Theorie-Praxis-Transfers sowie der Verringerung der Abhängigkeit der Studierenden von studienfernen Nebeneinkünften. Dabei kann auf eine bereits starke Verknüpfung des Studienangebots mit Praktiker*innen, außerhochschulischen Lernorten, regionalen Unternehmen und der Vergabe von Stipendien aufgebaut werden.

Ziel war es in der zweiten Projektphase deshalb, die bestehenden integrierten Angebote zu verbessern und bisher ungenutzte Potentiale zu erschließen. So wurden die Praxisphasen in den Sozialwissenschaften optimiert sowie Unternehmen, Verbände und Kammern stärker in Studium und Lehre involviert. Eine zentrale Stelle für Unternehmenskontakte, jeweils zwei Teilprojekte für die Betreuung der Praxisphasen und zur Vermittlung berufspraktischer Kompetenzen bilden diese Projektsäule.

 

Qualitätsmanagement

Im Teilziel „Implementierung des QM-Systems“ wurde das in der ersten Projektphase entwickelte Qualitätsmanagementsystem auf der Fakultätsebene implementiert und im fakultätsübergreifenden Austausch fachspezifisch weiterentwickelt. Insbesondere wurden die hochschulweiten Umfragen und das Kennzahlensystem an den Bedarfen der Fakultäten ausgerichtet und Rückkopplungsmechanismen etabliert im Sinne kontinuierlicher Verbesserungsprozesse (KVP) etabliert.

In allen vier Fakultäten werden je eine Stelle für QM-Referent*innen geschaffen, die sich im Team Q untereinander und mit dem zentralen QM kontinuierlich absprechen. Die Gesamtprojektkoordination stellte die antragskonforme Umsetzung der Einzelmaßnahmen und das Reporting sicher, intensivierte den Austausch insbesondere mit Lehrprojekten an anderen Hochschulen und stärkt nun auch zukünftig die Akquisetätigkeiten im Bereich Studium und Lehre.

 

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