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Praxis erleben

An der htw saar erleben Studierende einen starken Praxisbezug, erhalten Einblicke in die angewandte Forschung und knüpfen bereits vor Abschluss ihres Studiums Kontakte zur Arbeitswelt. Auch Prof. Dr.-Ing. Michael Sauer legt großen Wert auf Praxisbezug und bemüht sich jährlich um Firmen, die seinen Studierenden einen Einblick in den Unternehmensalltag gewähren. So besuchten Studierende des Master-Studiengangs Engineering und Management mit der Vertiefungsrichtung Prozesstechnik im Rahmen des Moduls „Dezentrale Energiesysteme und regenerative Energien“ im Sommersemester 2018 verschiedene Unternehmen, die einen Blick hinter die Kulissen ermöglichten. Dieses Jahr stellten sich GEA Hilge, Rheinhütte Pumpen GmbH, Biogasanlage Boppard und die TH Bingen zur Verfügung.

Erste Anlaufstelle der zweitägigen Exkursion war das Unternehmen GEA Hilge mit Sitz in Bodenheim, das Hochleistungspumpen für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie Pumpen für aseptische Prozessumgebungen produziert. Dieter Faig von GEA Hilge leitete mit einer Präsentation den Besuch der Studierenden ein und erläuterte, dass bei ihren Spezialpumpen nicht die Wirkungsgrade im Vordergrund stehen, sondern deren Reinigung eine wesentlich größere Rolle spiele. Diese Pumpen besitzen anwendungsspezifische Betriebspunkte und somit muss sich jede Pumpe im Prüfstand bewähren. Anschließend folgte eine Führung durch das angegliederte Pumpenmuseum der Stiftung Berdelle Hilge. An Dieser Stelle ein großer Dank an die Stiftung Berdelle Hilge, die uns mit einer großzügigen Spende unterstützte.

 

Station 1: GEA Hilge Bodenheim

Im Anschluss ging es nach Wiesbaden zu einem international gefragten Chemiepumpen-Hersteller, der Rheinhütte Pumpen GmbH. Deren Pumpen müssen spezielle Werkstoffeigenschaften besitzen, um Korrosionseinflüssen von starken Säuren, Laugen und ätzenden Fluiden Stand zu halten. Derzeit wird dort der Produktionsfluss durch kürzere Wege optimiert, wodurch eine Kosteneinsparung erreicht werden soll. Auch die Rheinhütte Pumpen GmbH verifiziert ihre Spezialpumpen auf die jeweiligen Anforderungen. Beachtlich ist hier ein 20-Meter tiefer Prüfstand für Vertikal-Kreiselpumpen bis Leistungen von 1MW.

 

Station 2: Rheinhütte Pumpen

Der Abend klang im Rheinhotel „Zum Anker“ mit einem gemütlichen Abendessen aus und am nächsten Morgen ging es frisch gestärkt nach Boppard zur größten Bio-Erdgasanlage von Rheinland-Pfalz. Hier werden ausschließlich nawaro (nachwachsende Rohstoffe) verwertet. Die Fermenter werden täglich 18 Mal mit „kleinen“ Portionen eines abwechslungsreichen Gemischs aus Mais, Korn und Silage beliefert. Der Betriebsleiter Steffen Möcklinghoff führte die Exkursionsgruppe über das Betriebsgelände und erklärte ausführlich die einzelnen Anlagen-Komponenten. Am Ende der Prozesskette gelangen die Gärreste als ökologischer Dünger und das aufbereitete Roh-Biogas erneut in Umlauf. Somit verwertet die Biogasanlage das eingesetzte Rohmaterial vollständig.

 

Station 3: Biogasanlage Boppard

Der letzte Anlaufpunkt war die TH Bingen, wo Prof. Dr. techn. Ralf Simon einen beeindruckenden Vortrag über virtuelle Kraftwerke hielt. Er erklärte die Zusammenhänge von Angebot und Nachfrage der Energiepreiswirtschaft und die Auswirkungen der Energiewende auf die Netzsicherheit des europäischen Stromnetzes. Simon forscht seit 2004 in diesem Gebiet und erläuterte zudem wie im Februar 2012 ein Blackout durch virtuelle Kraftwerke verhindert wurde.

Wie zu erwarten gestalteten sich auch in diesem Jahr die Exkursionen zu einem vollen Erfolg und boten den Studierenden viele spannende Einblicke.

 

Station 4: TH Bingen

 

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