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Kulturmanagement live erleben – Zu Besuch in der Modernen Galerie des Saarlandes

Wie der berufliche Alltag in einer Kulturinstitution aussehen kann, erlebten Studierende des Master-Studiengangs Kulturmanagement der htw saar und ihre Studienleiterin Prof. Dr. Nicole Schwarz am 25. Oktober 2018 bei einem Besuch der nun seit einem Jahr wiedereröffneten Modernen Galerie, der musealen Leitinstitution der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz in Saarbrücken. Dort gewährten Stephanie Noll, Leiterin der Kunstvermittlung, und Ernest Uthemann, Kurator, der Gruppe tiefe Einblicke in ihre tägliche Arbeit.

In einer entspannten Atmosphäre in der Werkstatt der Modernen Galerie gab Noll, die bereits seit fünf Jahren bei der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz arbeitet, mit einer kurzen Übersicht ihres beruflichen Werdeganges den Einstieg.

Bereitwillig klärte sie die Studierenden über ihre alltägliche Arbeit als Kunstvermittlerin auf. Der stattfindende Austausch bezog sich zum Beispiel auf Kooperationen mit Schulen, das Besucherleitsystem, Themen wie „das Museum der Zukunft“ oder Besucherbefragungen. Neben all den spannenden Aspekten, die die Arbeit im Kulturbereich bietet, wies Noll auf die Herausforderungen hin, denen man immer mal wieder gegenübersteht und die es ebenso zu lösen gilt, wie z.B. hin und wieder divergierende Zielvorstellungen zwischen den Abteilungen, den für öffentliche Einrichtungen typische bürokratische Aufwand oder die Koordination der Vielzahl von Aufgaben mit wenig und häufig befristetem Personal. Nach dieser spannenden Unterhaltung hob die Studentin Eva Fischer hervor: „Bemerkenswert fand ich die Reflexion von Frau Noll über die begrenzten finanziellen und personellen Mittel und wie daraus das Beste herausgeholt wird.“

Im Anschluss übernahm Ernest Uthemann, der Kurator der aktuellen Ausstellung „Spacemanship“ der amerikanischen Künstlerin Pae White, das Wort. Er führte die Studierenden zur Ausstellungsfläche in das Atrium und erläuterte Hintergrundinformationen zur Künstlerin und ihrer Intention zu der über drei Etagen raumfüllenden Installation. Mit Begeisterung erklärte er den angehenden Kulturmanagerinnen und -managern die Arbeitsprozesse einer Ausstellung, angefangen beim Ausstellungskonzept, über die Planung und Koordination mit seinen Höhen und Tiefen, bis zur Eröffnung und nicht zu vergessen den Abbau. Er verdeutlichte, dass neben der inhaltlichen Konzeption auch das Organisieren des Transports, die Auseinandersetzung mit den Bildrechten, Versicherungen sowie die Koordination des Auf- und Abbaus der eigenen, aber auch der parallelen Ausstellungen dazu gehört. „Mir ist bewusst geworden, dass Kuratieren vor allem Projektmanagement ist. Dabei wurde wieder deutlich wie wichtig in unserem Master-Studium neben der Vermittlung kunst- und musikwissenschaftlicher Hintergründe auch die betriebswirtschaftliche Komponente ist“, stellte die Studentin Antonia Weber anschließend fest.

Fabienne Rütschlins Erwartungen von der Exkursion in das Museum wurden übertroffen: „Als studierte Kunstpädagogin bin ich im Rahmen meines Bachelor-Studiums häufig in Museen gegangen. Wir haben uns dort viel mit den Ausstellungsstücken beschäftigt, aber nie sind wir dort mit den Mitarbeitern ins Gespräch gekommen und haben über ihre Tätigkeitsfelder als Kunstvermittler oder Kurator gesprochen.“

Auch die Studentin Carolin Gstädtner zog ein positives Fazit: „Für mich persönlich stellte die Exkursion eine ungemeine Bereicherung dar. Der Blick hinter die Kulissen und die große Offenheit von Frau Noll und Herrn Uthemann ermöglichten einen intensiven Austausch. Uns wurde die Möglichkeit zuteil, die Berufsbilder in der Institution Museum umfassend kennen zulernen.“

Die Studierenden nahmen nicht nur spannende Einblicke in die Arbeitsabläufe eines Museums mit, sondern gingen auch mit Anregungen zu potentiellen Masterarbeitsthemen nach Hause.

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