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Ab ins Ausland!

Fremde Länder und Kulturen kennenlernen, Sprachkenntnisse verbessern, persönliche Fähigkeiten weiterentwickeln und ganz nebenbei seinen Lebenslauf aufwerten… Viele gute Gründe sprechen für ein Auslandsstudium.

Esra Ünal ist Master-Studentin im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der htw saar und hat im akademischen Jahr 2017/18 im Rahmen des Doppelabschlussprogramms einen Auslandsaufenthalt (inkl. ERASMUS+ Förderung) an unserer Partnerhochschule in Lodz (Polen) verbracht – eine der besten Entscheidungen, wie sie im Interview verrät.

 

Esra, wie lief die Vorbereitung für den Auslandaufenthalt?
Die sichere Zusage kam etwas spät, somit blieben mir zwischen Abreise und Start des neuen Semesters in Lodz knapp zwei Monate. In dieser Zeit mussten die typischen bürokratischen Punkte wie Versicherungen etc. geklärt werden. Das International Office hat aber mir direkt die Kontaktdaten der Partnerhochschule zukommen lassen. Die Abstimmung lief ohne Probleme. Bei Interesse erhalten ERASMUS-Studierende ein Zimmer im Studentenwohnheim der Hochschule. Ich habe mir allerdings eine eigene kleine Wohnung gesucht. Ich hatte den Vorteil, dass ich jemanden aus Lodz kannte. Er hat zu diesem Zeitpunkt bei uns an der htw saar seinen Doppelabschluss gemacht und hat mir sehr geholfen. In der Landessprache findet man definitiv schneller etwas. Weiterhin wird allen Studierenden, die in Lodz ein Auslandssemester absolvieren, ein Mentor zugeordnet. Meine Mentorin hat sich vor meiner Abreise bei mir gemeldet. So konnte ich erste Fragen klären, die Anreise planen usw.

 

Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Die Offenheit der Einheimischen. Ich war einerseits überrascht und andererseits begeistert, wie gastfreundlich und offen die Polen sind. Ich wusste anfangs nicht, was auf mich zukommt – und Lodz befindet sich im tiefsten Inneren des Landes. Meine Sorgen waren unbegründet. Man freundet sich schnell mit den Studierenden dort an. Ein weiterer Grund ist auch, dass der Anteil der ERASMUS-Studierenden aus aller Welt sehr hoch ist. In meinem Studiengang Management and Production Engineering waren das ca. 35 %.

 

Wo gab es Schwierigkeiten?
Bei dem Doppelabschluss hat man keine freie Vorlesungswahl. Die Fächer sind vorgeschrieben, da eine bestimmte Anzahl an ECTS absolviert werden muss. Leider waren das Vorlesungen sowohl aus dem ersten als auch aus dem dritten Semester des Studiengangs. Das hat dazu geführt, dass sich einige Fächer überlappt haben. Um die Einbringung der ECTS und die Organisation des Stundenplans muss man sich selbst kümmern. Meine Mentorin hat mich dabei unterstützt. Die Stundenpläne sind jedoch allgemein etwas unorganisiert. Oftmals wird kurzfristig etwas geändert oder Vorlesungen werden gesplittet bzw. auf das Wochenende verlegt. Die Professoren wissen aber um diese Problematik und kommen einem entgegen –beispielsweise kann die Abwesenheit durch eine Hausarbeit ausgeglichen werden.

 

Wie zufrieden waren Sie mit der Betreuung vor Ort?
Die Betreuung vor Ort ist super. Das International Office steht bei jeglichen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Auch im SAO (Student Assistance Office) findet man immer Hilfe. Hierbei handelt es um den verlängerten Arm des International Office. Studenten helfen Studenten. SAO organisiert darüber hinaus Events und Trips für wenig Geld. Das ist eine tolle Gelegenheit, weitere Studierende kennenzulernen, im Land zu reisen und Insider-Tipps zu erfahren.

 

Würden Sie ein Auslandssemester weiterempfehlen?
Auf jeden Fall! Ich weiß noch genau, wie die Reaktionen waren, als ich erzählt habe, dass ich in Polen ein Auslandssemester mache. „Polen? Wieso Polen?!“. Ich bereue keine Sekunde. Es ist ein Land, das sehr unterschätzt wird. Polen hat sehr schöne Städte wie Krakau, Warschau oder Wroclaw. Lodz liegt sehr zentral und man kann in drei Stunden an der Ostseeküste sein oder in den Bergen auf der Skipiste. Man lernt die „richtige“ Kultur eines Landes erst kennen, wenn man dort für einige Zeit wohnt. Auch ohne Polnisch-Kenntnisse funktioniert die Kommunikation reibungslos. Das Studieren an der International Faculty of Engineering ist ebenso gut. Vom Stil erinnert es an die Vorlesungen an der htw saar. Dabei wird viel Wert auf Gruppenarbeit und Workshops gelegt. Das bedeutet unter dem Strich zwar mehr Arbeit, führt aber dazu, dass man schnell Kontakte knüpft.

 

Haben Sie Tipps für Studierende, die ein Semester im Ausland absolvieren möchten?
Es einfach auf sich zukommen lassen. Natürlich ist es ein mulmiges Gefühl, in ein fremdes Land zu ziehen, in dem man niemanden kennt und dessen Sprache man nicht versteht. Allerdings wandelt sich diese Angst sehr schnell in Zufriedenheit. Traut euch nur! Es muss nicht immer Cambridge oder New York sein.

 

Inspiriert?
Nutzen Sie die Möglichkeiten, die ein Studium für einen Auslandsaufenthalt bietet. Noch bis zum 7. Januar 2019 können sich Studierende, die im Wintersemester 2019/20 ein Auslandsstudium absolvieren möchten, beim International Office der htw saar bewerben. Diese Frist gilt auch für Doppelabschluss-Programme

Alle Infos zum Auslandsstudium und zur Bewerbung

 

Anfang der Straße Piotrkowska. „Kocham Lodz“ bedeutet „Ich liebe Lodz“.

 

Esra Ünal Warschau – vor dem Kulturpalast.
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