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Risikomanagement interdisziplinär und grenzüberschreitend

Studierende des Wahlpflichtfaches Risikomanagement des Bachelor-Studiengangs Management und Expertise im Pflege- und Gesundheitswesen der htw saar und Studierende des Ingenieurswesens Spezialisierung Risikomanagement sowie des Bachelor-Studiengangs Management von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken in Unternehmen des Conservatoire National des Arts et Métiers en Grand Est (Cnam en Grand Est) nahmen am 13. Mai 2019 an einer Simulation eines Blackouts bei den Sapeurs Pompiers de la Moselle (Pompiers SDIS 57) – der französischen Feuerwehr – in St. Juliens de Metz teil.

Unter der Anleitung und Begleitung von acht Feuerwehrleuten des SDIS57 mussten sich die insgesamt 27 Studierenden sich in vier deutsch-französischen Teams der Herausforderung stellen, einen Stromausfall in der Region zu managen und hier insbesondere die Bedürfnisse von Krankenhäusern und fragilen, älteren Personen in den Gemeinden zu beachten. Beide Studentengruppen belegen in ihrem Studium ein Modul Risikomanagement, mit jeweils fachspezifisch bestimmten Schwerpunkten. Diese Kenntnisse mussten nun in interdisziplinären, binationalen Gruppen aktiv zur Problemlösung eingesetzt werden.

Warum ein interdisziplinärer, binationaler Workshop Risikomanagement? In der Realität müssen komplexe Probleme später gemeinsam von unterschiedlichen Berufsgruppen und Fachdisziplinen gelöst werden, im Saarland potentiell auch mit Organisationen aus Luxemburg und Frankreich.

Im Seminar konnte herausgearbeitet werden, wie wichtig es ist, die gelehrten und gelernten Instrumente auch tatsächlich abrufbereit zu haben und auch, dass die Schnittmenge zwischen Pflege und Ingenieuren in der Herangehensweise groß ist und vor allem größer, als es Studierende der beiden Fächer am Anfang des Seminars vermutet hatten. Risikoanalyse, Methoden zur Aufrechterhaltung des Betriebsablaufs, Koordination, Kommunikation im Team, Team-Stressmanagement benötigen beide Disziplinen.

Unser großer Dank gilt dem gesamten Team des SDIS57, Emilie Schwartz, Elaine Schaefer. Commandant Zimmer, Lieutenant FOSSE, Capitaine Husser, Capitaine Lourson Cédric Vosgien, Capitaine Koch, Capitaine Voinot und Capitaine Josef, ohne deren Zeit und Einsatz dieser Workshop nicht möglich gewesen wäre.

Trotz Frankreichstrategie und Grenznähe bleibt die Sprache immer noch ein Hemmnis, das gerade die Kooperation im Gesundheitswesen noch behindert. Im Rahmen des Seminars wurde zum Teil auf die Kommunikation in englischer Sprache Rückgriff genommen, oder die Übersetzungshilfe des Teams des SDIS57 und der anwesenden Betreuer.

Für die Studierenden im Pflege- und Gesundheitswesen soll dies kein einmaliger Vorgang bleiben, die feste Integration einer interdisziplinären Lehreinheit in das Modul Risikomanagement steht auf der Agenda.

Das Programm wurde im Rahmen des Interreg V Projektes MobiPro.GR in Kooperation mit dem Interreg-Projekt INTER’RED auf inhaltlicher Ebene organisiert von Prof. Petra Riemer-Hommel, Ph.D. (htw saar), Valérie Dardinier (Cnam en Grand Est) sowie Emilie Schwartz (SDIS 57). MobiPro.GR wurde vertreten von Maïté Hilty von der htw saar und von Stéphane Jeangerard vom Cnam en Grand Est, die bei der Veranstaltung Logistik, Organisation vor Ort und Hilfe bei der Übersetzung übernommen haben.

 

Die Teilnehmer des interdisziplinären, binationalen Workshops Risikomanagement
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