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Design Thinking & Business Model Innovation: Aus Produktionsabfällen Neues schaffen

Im Wahlpflichtmodul Design Thinking & Business Model Innovation trafen internationale Studierende aus Finnland, Lettland, Frankreich und Polen zusammen mit den Bachelorstudierenden des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesens der htw saar auf eine Aufgabenstellung zum Thema ökologische Nachhaltigkeit der HYDAC Accessories GmbH: Wie können Stanzabfälle aus der Produktion in neuen, vermarktbaren Produkten verwendet werden?

In drei internationalen und interdisziplinären Teams wurde sich dieser Frage mit Hilfe der Methodik des Design Thinkings angenommen. Pandemiebedingt war neben Videokonferenzen das Tool Conceptboard dabei die Wahl des Arbeitsmediums. Die Phasen des Prozesses (Inspiration, Ideation und Implementierung) wurden mit verschiedenen Methoden von der semantischen Analyse über Round Robin zum Business Model Canvas durchlaufen. Für Veranschaulichung und Haptik wurde sogar jedem Kursmitglied ein Beutel mit den zu verarbeiteten Teilen zur Verfügung gestellt. Schnell kamen dann Ideen zustande, die immer wieder auf den Prüfstand gestellt und verbessert oder verworfen wurden.

„Obwohl die meisten von uns sich nicht als besonders kreativ eingeschätzt hätten, konnte schließlich dennoch jedes Team drei Prototypen und die zugehörigen Geschäftsmodelle vor einer „Jury“ bestehend aus Professor Christian Köhler von der htw saar sowie Bernd Hartkorn (Geschäftsführer) und Benedikt Kastel (Leiter Betrieb) von der HYDAC Accessories GmbH vorstellen“, so Julia Eichler (Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens). Dieser Eindruck bestätigte sich dann in der Siegerehrung, da es keinen dritten, dafür aber drei zweite Plätze gab: eine Wanduhr (1), eine personalisierbare Hundemarke (2) und Kinderbesteck für unterwegs (3). Der erste Platz wurde vom einfachen, aber genialen (Wand-)Haken (4) belegt.

 

Der Modulverantwortliche Prof. Dr. Christian Köhler zeigt sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen der studentischen Teams und fügt an: „Auch wenn die Ergebnisse der Design Challenge in diesem Jahr vermeintlich einfach wirken, war der Weg dorthin doch ein komplexer, der durch stark limitierte und eingeschränkt nutzbare Ausgangsmaterialien sowie durch einen maximal offenen Lösungsraum geprägt war. Die Studierenden mussten sich zunächst einmal in den Teams die Problemstellung ‚zurechtschneiden‘, damit diese lösbar wurde. Dies stellt eine besondere Herausforderung dar, die die Studierenden mit Bravour gelöst haben.“

Lob für die Studierenden gab es ebenfalls vom Projektsponsor Bernd Hartkorn, Geschäftsführer der HYDAC Accessories: „Für mich war die Abschlusspräsentation und waren natürlich vor allem die Produktergebnisse überraschend und inspirierend. Ich konnte die positive Stimmung im Team der Studierenden hautnah spüren. Die Teams haben sowohl die theoretischen Modelle für agile Produktentwicklung angewendet als auch eine Kostenanalyse durchgeführt und potentielle Preisgestaltung recherchiert. Produktrisiken wurden betrachtet, aber vor allem haben sich die Teams auch in die Rolle des Herstellers und der potentiellen Kunden versetzt. Die Aufgabenstellung wurde vollumfänglich umgesetzt, wenn nicht sogar übertroffen. Ich bin enthusiastisch, die Ergebnisse nun umzusetzen. Ich danke Herrn Professor Köhler für die Initiative und Betreuung und freue mich auf zukünftige Kooperationen.“

 

Informationen zum Modul:

Im Modul Design Thinking & Business Model Innovation lernen Studierende die systematische Herangehensweise an Innovationsprojekte anhand der Methodik des Design Thinkings. Dazu bearbeiten sie über das Semester hinweg eine sogenannte Design Challenge. Das Ergebnis der Innovationsprojekte wird zum Abschluss in einen Geschäftsmodellentwurf überführt. Da die Veranstaltung in englischer Sprache stattfindet, wählen dieses Fach auch immer internationale Studierende. Somit bietet das Modul für die Studierenden der htw saar auch die Möglichkeit der „internationalization at home“.

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