Sie lesen gerade: Sommerexkursionsteilnehmer gewinnen einen praxisnahen Einblick in verschiedene Bereiche der Technik und Industrie

Sommerexkursionsteilnehmer gewinnen einen praxisnahen Einblick in verschiedene Bereiche der Technik und Industrie

Im Rahmen der Sommerexkursion vom 5. Juli 2023 bis 6. Juli 2023 im Bereich Verfahrenstechnik und Erneuerbare Energien hatten zehn Studierende die Möglichkeit, eine spannende Exkursion mit Prof. Dr.-Ing. Michael Sauer zu unternehmen. Ziel dieser Exkursion war es, einen praxisnahen Einblick in verschiedene Bereiche der Technik und Industrie zu erhalten. Dabei standen unter anderem das Technoseum und das dt. Pumpenmuseum, eine Biogasanlage und die Schottel GmbH auf dem Programm. Diese Exkursion versprach nicht nur eine willkommene Abwechslung vom theoretischen Studienalltag, sondern auch eine wertvolle Ergänzung zu unserem Wissen und Verständnis für technische Zusammenhänge.

Nachdem wir uns am Mittwoch, den 5. Juli 2023 um 7:15 Uhr am HTZ versammelt hatten, machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Mannheim, um das Technoseum zu besuchen, welches ein einzigartiges Konzept bietet mit interaktiven Stationen zum Mitmachen. Von Miniexperimenten zu den Grundlagen der Thermodynamik und Elektrotechnik bis hin zur Programmierung selbstfahrender Roboter wurden die angehenden Ingenieur*innen zum Mitmachen und Experimentieren animiert. Ebenso gab es im Technoseum fesselnde Live-Vorführungen zu den Themen Buchdruck, Papierherstellung, Weberei, Dampfmaschinen und die Maschinenfabrik. Die verwendeten Maschinen beeindruckten mit ihrer vollständigen Funktionalität trotz einfacher Bauweise. Ohne Elektrizität, sondern lediglich mit Riemen, Umlenkungen und Übersetzungen entstanden wahre Meisterwerke der Technik.

 

Eingangsbereich des Technoseums. Foto: htw saar

 

Eine Sonderausstellung mit dem Titel „Auf Empfang! Die Geschichte von Funk und Radio“ präsentierte eine faszinierende Sammlung bedeutender Meilensteine der Medienentwicklung – angefangen bei der Inbetriebnahme des ersten offiziellen Radiosenders am 29. Oktober 1923, über den unaufhaltsamen Aufstieg von Hörfunk und Fernsehen als Massenmedien bis hin zu den heutigen sozialen Medienplattformen, die unseren Medienkonsum prägen.

Nachdem wir das Technik Museum in Mannheim mit all seinen beeindruckenden Exponaten und spannenden Einblicken in die Welt der Technologie erkundet hatten, war es an der Zeit, unsere Exkursion fortzusetzen und ein weiteres Museum zu besuchen. Auf dem Plan stand das dt. Pumpenmuseum der Berdelle Hilge Stiftung. Nach unserer Ankunft wurden wir herzlich von Herrn Dr. Kilsch empfangen. Er erklärte uns die Bedeutung von Pumpen in verschiedenen Anwendungsbereichen und verdeutlichte ihre Rolle im Transport von Flüssigkeiten, Feststoffen und Gasen. Wir erfuhren, dass Pumpen in zahlreichen Industrien unverzichtbar sind, wie z.B. in der Chemie-, Energie- und Wasserversorgungsbranche. Prof. Sauer vermittelte uns die Entwicklungen und Fertigungsverfahren verschiedener Pumpen und erklärte verschiedenste Anwendungen und ihre Besonderheiten, die im Museum ausgestellt sind.

 

Gegenüberstellung neuer und alter Pumpen. Foto: htw saar

 

Zum Abschluss des Tages ging es in unsere Unterkunft in Spay, in der wir gemeinsam den Tag haben ausklingen lassen und in gemütlichem Beisammensein über die Eindrücke des Tages diskutiert haben.

 

Exkursionsgruppe beim gemeinsamen Abendessen. Foto: htw saar

 

Am nächsten Tag starteten wir unsere Exkursion nach einem gemeinsamen Frühstück und machten uns auf den Weg zur Biogasanlage in Boppard. Dieser Besuch versprach uns spannende Einblicke in die Funktionsweise und den Nutzen von Biogas als erneuerbare Energiequelle. Während der Einführung erhielten wir zahlreiche Informationen über den Zweck und die Funktionsweise der Biogasanlage. Wir lernten, dass organische Materialien, bspw., Pflanzen- und Tierreste, in Biogas umgewandelt werden. Die Fermenter, die an diesem Exkursionstag betrachtet wurden, spielen eine entscheidende Rolle in diesem biologischen Prozess.

Nachdem wir mit den Grundlagen vertraut gemacht wurden, begaben wir uns zu einem leerstehenden Fermenter, der als sogenanntes Gärrest-Lager bezeichnet wird. Aufgrund von Wartungsarbeiten am Behälter hatten wir die Gelegenheit das Lager zu betreten, um es von innen zu begutachten. Dieses Highlight bot uns die Möglichkeit, den Bau sowie das Design des Fermenters nicht nur von außen zu inspizieren, sondern auch Eindrücke vom Inneren zu sammeln. Wir konnten uns vorstellen, wie die zu bearbeitende Biomasse im Lager gerührt wird und welche unterschiedlichen Komponenten für den Gärprozess verantwortlich sind.

 

Biogasanlage mit mehreren Fermentern. Foto: htw saar

 

Danach hatten wir das Glück, einen weiteren Fermenter zu besuchen, in dem die Biogasproduktion in vollem Gange war. Durch die Sichtgläser des Fermenters konnten wir den Gärprozess beobachten. Es war faszinierend zu sehen, wie die zugeführte Biomasse kontinuierlich abgebaut und das daraus entstehende Biogas durch die Bildung von Bläschen an der Oberfläche sichtbar wurde.

Dieses Erlebnis ermöglichte uns einen direkten Einblick in den dynamischen und komplizierten Prozess der Biogasproduktion. Die Nutzung von Biogas als erneuerbare Energiequelle trägt zu ökologischen Vorteilen bei, indem sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert und zur Reduktion von Treibhausgasen beiträgt.

Nachdem wir die tollen Eindrücke aus der Biogasanlage verarbeitet hatten, machten wir uns auf den Weg zum nächsten und letzten Programmpunkt, der Schottel GmbH, einem renommierten Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Schiffsantrieben und -manövriersystemen spezialisiert hat. Diese Station versprach uns einen faszinierenden Einblick in die Welt der maritimen Technologie und die Bedeutung von effizienten Antriebssystemen für die Schifffahrt.

 

Gruppenfoto mit fertigem Schiffsantrieb. Foto: htw saar

 

Aus einem kleinen Betrieb mit der ersten Niederlassung in der Ortsmitte von Spay im Jahr 1921 entwickelte sich ein globales Unternehmen mit 15 Niederlassungen auf beinahe allen Kontinenten. 2015 wurde die Niederlassung von Schottel in Dörth mit einer Produktionsfläche von 24.000 Quadratmetern eröffnet. Dort gibt es vier Hallen mit einer Länge von je 270 Metern und 18 Metern Höhe, mit modernster Ausstattung und Umsetzung aller Energieeinsparkonzepte für Industriehallen (Photovoltaikanlage 800 kW Peak, Belüftung mit verschiedenen Luftzonen, tageslichtangepasste LED Beleuchtung). Derzeit sind an diesem Standort ca. 300 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Ankunft wurden wir herzlich empfangen und in der firmeneigenen Kantine zum Mittagessen eingeladen. Nach einem kurzen Vortrag über die Firmengeschichte wurden wir durch die moderne Produktionsstätte geführt.

Hier wurde auch die Bedeutsamkeit des Materialstroms in Bezug auf optimiertes Hallenlayout hervorgehoben, um innerbetriebliche Transportwege zu reduzieren und in der Produktion mit gesteigerter Effizienz, konkurrenzfähig gegenüber Niedriglohnländern zu sein.

Bei diesem Ausflug konnten wir den gesamten Fertigungsprozess eines Antriebes in der Produktion mitverfolgen. Beim Gang durch die Hallen konnte man aus nächster Nähe sehen, wie aus den Rohmaterialien durch viele unterschiedliche Verarbeitungsschritte ein Schiffsantrieb entsteht. Auch den Prüfstand für Schiffsantriebe konnten wir in Betrieb sehen. Am Ende der Führung konnte die Fertigstellung der Turbinen durch das weitere Lackieren und Verpacken bis zum Transport beobachtet werden. Durch diese Exkursion erhielt man, insbesondere durch ihre große Bauform, einen außergewöhnlichen Einblick in das Thema Schiffsantriebe.

Die Exkursion zu verschiedenen interessanten Orten wie dem Pumpen- und Technikmuseummuseum, einer Biogasanlage und die Schottel GmbH war äußerst lehrreich und spannend.

Insgesamt war die Exkursion eine bereichernde Erfahrung für uns. Wir konnten sehen, wie theoretisches Wissen in der Praxis angewendet wird und erhielten Einblicke in verschiedene Bereiche der Technik und Industrie. Die Besuche haben sicherlich dazu beigetragen, unser Verständnis für technische Zusammenhänge zu vertiefen und unseren Horizont zu erweitern. Solche Exkursionen sind daher eine wertvolle Ergänzung zum Studium und sollten weiterhin angeboten werden.

Wir möchten uns herzlich bei Prof. Dr.-Ing. Michael Sauer für seine Begleitung und seine fachkundige Führung während der Exkursion bedanken. Seine Expertise und sein Engagement haben dazu beigetragen, dass dieser Besuch zu einer unvergesslichen Erfahrung wurde. Außerdem gilt großen Dank an diejenigen, die uns ihre Pforten zur Besichtigung der verschiedenen Bereiche aus Maschinenbau und Erneuerbaren Energien öffneten. Ebenso gilt besonderer Dank der Berdelle Hilge Stiftung, die durch ihre Spende unsere Übernachtung am Rhein finanziert hat.

Artikel drucken

0 Kommentare in “Sommerexkursionsteilnehmer gewinnen einen praxisnahen Einblick in verschiedene Bereiche der Technik und Industrie”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert