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Aus ocean[cube] wird Seawater Cubes GmbH

Meeresfischzucht ohne Meer – das ermöglichen bald die htw saar-Graduierten Carolin Ackermann, Christian Steinbach und Kai Wagner. Sie konstruieren eine aus Containern zusammengesetzte, biotechnologisch ausgereifte und in hohem Maße automatisierte Anlage zur Meeresfischzucht, die anschließend in Kleinserie Interessenten (z.B. Landwirte) angeboten werden soll. Damit möchten sie frischen, regional und nachhaltig gezüchteten Meeresfisch in küstenferne Gegenden bringen. Die Idee dazu entstand während ihrer langjährigen Forschungstätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiter im Labor Aquakultur der htw saar. In vielfältigen Projekten eigneten sie sich umfassendes Wissen zur Zucht von Fischen sowie zu hochtechnischen, geschlossenen Kreislaufsystemen an.

 

Das Gründungsteam von Seawater Cubes mit Mentor Prof. Dr. Uwe Waller

Mit Beginn der EXIST-Forschungstransfer-Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Höhe von rund 800.000 Euro startet das Projekt ocean[cube] im Oktober 2017 offiziell. Nicht einmal ein Jahr später gründeten die drei Absolventen mit einem Unternehmen aus. Ab sofort firmiert das htw saar-Startup mit neuem Design unter dem Namen Seawater Cubes GmbH. „Diesen Schritt sind wir ge­gangen, um neben dem Pro­to­ty­pen­be­trieb be­reits den Vertrieb für un­seren Cube auf­zu­bauen und erste Kon­takte mit po­ten­ziellen Kun­den knüpfen zu können. Unser Ziel ist es, nächstes Jahr im Sommer den ersten Auftrag zu erhalten und auszuführen – sodass wir keinen so großen Kapitalbedarf mehr haben, wenn die EXIST-Förderung ausläuft“, erklärt Carolin Ackermann, die im Unternehmen für Marketing und Vertrieb zuständig ist, diese Entscheidung. Zur Namensänderung kam es, weil viele Menschen sich unter Ozean ein idyllisches Bild mit Fischen umgeben von Sand und Korallen vorstellen. „Das haben wir nicht und diese Assoziation möchten wir auch nicht hervorrufen. Da wollen wir ehrlich und transparent sein“, erklärt Ackermann. „Langfristig möchten wir eine starke Marke aufbauen, die sowohl für die Anlagen als auch für die Fische steht. Wir wollten einen Begriff, der einfach und eingängig ist und für sich alleine steht. In einem Workshop sind wir dann auf Seawater Cubes gekommen – und Salzwasser oder Meerwasser ist ja unsere Kernkompetenz.“

Über die nächsten zehn Jahre möchte Seawater Cubes etwa 130 Fischzuchtanlagen in Deutschland platzieren sowie rund 100 Stück im Ausland. „Die ersten drei Jahre werden die Stückzahlen etwas kleiner sein, danach wollen wir Gas geben und eine Art Serienproduktion aufbauen. Der Markt muss natürlich mitwachsen. Um das zu fördern, brauchen wir starke Referenzkunden. Wir müssen jetzt Pilotkunden gewinnen, die ein oder zwei Jahre den Betrieb mitmachen und dann auch überzeugt sind“, erläutert Ackermann. Denn die Landwirte möchten sichergehen, dass die Anlagen einerseits funktionieren und der Fisch andererseits abgesetzt werden kann.

 

 

Egal in welchem Bereich – es gehört definitiv viel Mut dazu, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Besonders hilfreich war für das Team von Seawater Cubes dabei der Austausch mit anderen Gründern. „Das Netzwerk, das wir über das FITT und auch über den Gründer-Campus der Uni aufbauen konnten, war super wichtig für uns. Es bringt am Anfang viel, wenn man sich mit Startups austauscht. Irgendwann ist man aber an dem Punkt, an dem man von Unternehmern lernen muss, die schon länger im Geschäft sind.“

Deshalb möchten die drei Jungunternehmer Ende des Jahres auch die Unterstützung von zwei Business Angels in Anspruch nehmen. Diese steigen mit einem kleinen finanziellen Invest ein und geben ihr Knowhow – z.B. im Bereich Unternehmensaufbau und Online-Marketing – an die drei Geschäftsführer von Seawater Cubes weiter: „Wir erhoffen uns von der Zusammenarbeit, dass wir schneller auf eigenen Beinen stehen und schneller an Aufträge kommen. Die beiden Business Angels sitzen in Nordrhein-Westfalen und haben neben ihrem fachlichen Knowhow ein großes Netzwerk – wir denken ja nicht nur saarlandweit.“

Doch auch den Kontakt zur htw saar möchten die drei Graduierten langfristig halten: „Bei Fragen können wir immer in Austausch mit den Professoren der Hochschule treten. Dafür sind wir sehr dankbar. Außerdem beginnen wir jetzt mit der Suche nach Studierenden für HiWi-Stellen oder Abschlussarbeiten. Da ist jeder Kontakt sehr wertvoll und die htw saar unterstützt uns, wo es möglich ist.“

 

Sie möchten mehr über Seawater Cubes wissen?
Alle Infos über erhalten Sie unter https://seawatercubes.de/

 

Weitere Beiträge zu Seawater Cubes im htw saar blog

 

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