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htw saar startet den Green-Innovation-Hub Südwest

Die htw saar hat federführend das Forschungsprojekt Green-Innovation-Hub Südwest (GRIHSU!) gestartet. Das Bündnis vereint Unternehmen und Institutionen, die sich gemeinsam und frühzeitig den großen Herausforderungen des von der EU geplanten „Green Deals 2050“ und des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung stellen. Verarbeitende Unternehmen und Dienstleiter im Südwesten Deutschlands streben mit diesem Innovationsbündnis eine industrielle Vorreiterrolle durch Klimaschutz an.

„Derzeit befinden wir uns noch in der neunmonatigen Konzeptphase. Sollte das Projekt im kommenden Jahr positiv bewertet werden, so stehen uns zusammen mit den Partnern umfangreiche Geldmittel zur Umsetzung über einen Zeitraum für bis zu sechs Jahren zur Verfügung“, erklärt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Thomas Korne von den Wirtschaftswissenschaften.

Das Bündnis GRIHSU zielt dabei auf Beschäftigungssicherung und Wachstum im verarbeitenden Gewerbe der Region durch gesellschaftlich akzeptierte Klima- und Ressourcenneutralität in Produktion und Logistik ab. Der Green-Innovation-Hub widmet sich neben dem schicksalsträchtigen Thema der klimaneutralen Produktion und Logistik damit auch den Themen der gesellschaftlichen Akzeptanz nachhaltiger Maßnahmen und den Chancen der Digitalisierung. Durch das Bündnis sollen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes im Saarland und Rheinland-Pfalz mit Unterstützung der Hochschulen neue Geschäftspotenziale der „grünen Transformation“ und profitabel bleiben. Neben der Beschäftigungssicherung soll auch die Lebensqualität durch umfassenden Umweltschutz in den Betrieben deutlich verbessert werden.

Beispielsweise sieht das Klimaschutzprogramm 2030, das vom Bundeskabinett am 9. Oktober 2019 beschlossen wurde, für die Industrie eine Reduzierung der CO2-Emissionen gegenüber heute von weiteren 27 Prozent vor. Diese und weitere politischen Vorgaben werden starke Auswirkung auf Regionen mit viel Industrie haben, die ein neues Innovationsbündnis effektiv bündeln und in der Umsetzung fördern kann. Akteure aus Digitalwirtschaft, verarbeitendem Gewerbe, Forschung und Umwelttechnik werden im Bündnis vernetzt, um mit Umsetzungsprojekten nachhaltige und ressourcenschonende Produkte sowie Dienstleistungen als Geschäftsfelder zu öffnen und zu stärken, innovative und digitale Umwelttechnik als Produkte zu verankern und Fachwissen für Fachkräfte im Bildungssystem und als Dienstleistungen zur nachhaltigen Produkt- und Geschäftsentwicklung zu etablieren. Hierfür werden wichtige Methoden wie bspw. Kreislaufwirtschaft, Emissionskennzahlen, Web-Plattformen oder Green 4.0 Business Model Canvas eingesetzt.

 

Eine große Rolle bei dem Forschungsprojekt spielt der regionale Bezug. Länderübergreifend werden große Teile von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes als strukturschwach angesehen. Beide Großregionen blicken bereits auf einen wirtschaftlichen Strukturwandel in der Kohle-, Stahl- und Bekleidungsindustrie zurück und befinden sich an der Schwelle zum nächsten Strukturwandel im produzierenden Gewerbe und bei produktionsnahen Dienstleistungen. In den beiden Regionen hängen die Bruttowertschöpfung und indirekt auch die Beschäftigung mit einem Wert von ca. 30 Prozent gegenüber anderen Bundesländern überdurchschnittlich stark an der Industrie und am produzierenden Gewerbe. Dies zeigen auch die Innovationsstrategien beider Länder, die bspw. mit Automotive, Logistik und Werkstofftechnik auf ähnliche Branchen abzielen. Insbesondere in Rheinland-Pfalz ist Umwelttechnik explizit in der Innovationsstrategie verankert. Die Unternehmen beider Regionen benötigen Innovationen in Prozess und Produkten, mit denen sie in Zukunft nachhaltig und wettbewerbsfähig bleiben können, um Arbeitsplätze zu erhalten oder auszubauen. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen im südwestlichen Raum mittelständisch geprägt sind und von einem länderübergreifenden Innovationsbündnis deutlich profitieren können. Für das produzierende Gewerbe beider Regionen stellen Klimawandel und Politik zur Klima- und Ressourcenschonung eine Existenzbedrohung ihrer klassischen Geschäftsmodelle dar, wenn sie nicht handeln. Gleichzeitig bietet aber eine frühzeitige Reaktion auf dringend erforderliche Veränderungen in Prozessen und Produkten zur Erreichung vom Klima- und Umweltzielen großes Potenzial im Innovationsfeld “grüner” Technologien und der IT-Branche zur Absicherung bzw. Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Die Stärken der Regionen liegen im Maschinen- und Produktionsanlagenbau, im Software-/ KI-Bereich und in der Vielzahl an Facharbeitern in den produzierenden Unternehmen. Zusätzlich sind die Teilregionen zusammen mit ihren Instituten und Hochschulen gut aufgestellt, um die nötigen Technologien und Konzepte zu entwickeln und in den Unternehmen der Regionen umzusetzen.

 

Einen wichtigen Part beim Green-Innovation-Hub Südwest übernehmen die einzelnen Akteure. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), aber auch größere Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Logistik haben sich mit Hochschulen und Instituten der Region im Innovationsbündnis Green-Innovation-Hub Südwest zusammengetan. Gemeinsam soll das Bündnis die „Keimzelle“ einer wettbewerbsfähigen Kreislaufwirtschaft auf dem Weg zur Ressourcen- und Klima-Neutralität werden. Die Kernpartner des Bündnisses sind die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar), die Hochschule Trier Umweltcampus Birkenfeld (UCB) sowie das August-Wilhelm Scheer Institut für digitale Produkte und Prozesse gGmbH (AWSi). Diese Kernpartner bringen das nötige Wissen für eine „grüne Transformation“ in der wirklichen und digitalen Welt ein. Neben vielen Unternehmen sind auch Industrieverbände, Kammern, Arbeitnehmerverbände, Technologietransferstellen, Forschungspartner und bestehende Klimabündnisse eingebunden, bspw. MESaar, East Side Fab e.V., Ecoliance Rheinland-Pfalz e. V., Institut für Produktions- und Logistiksysteme oder das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik. Die Landesregierungen unterstützen das Bündnis, da der Green-Innovation-Hub die Umsetzung der Landesstrategien vorantreibt.

 

Weitere Informationen unter: https://www.innovation-strukturwandel.de/de/2658.php

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