Drei Wochen, ein Tisch: Meine Zeit als HiWi bei der International Summer School 2026
Mein Name ist Nouhaila Laanani und ich bin studentische Hilfskraft am Zentrum für Sprachen und Interkulturelle Kommunikation der htw saar. Als ich drei Wochen vor Beginn als HiWi bei der International Summer School angefangen habe, dachte ich, meine Aufgaben wäre vor allem organisatorisch: Zeitpläne im Blick behalten, zwischen Programm, Studierenden und Unternehmen koordinieren. Am Ende habe ich gemerkt, dass das Programm auch für mich als HiWi mehr war als nur Organisation.

Am ersten Tag zur Eröffnung der Summer School saßen die Teilnehmenden noch in ihren eigenen kleinen Gruppen, jede Nationalität an ihrem eigenen Tisch. Man kannte sich noch nicht, und es ist ja menschlich, sich erstmal dort hinzusetzen, wo man sich sicher fühlt. Was mich dann wirklich überrascht hat: Bei der Abschlussveranstaltung, drei Wochen später, saßen alle von sich aus gemischt an einem Tisch, ohne, dass das irgendjemand geplant hätte. Für mich war das der sichtbarste Beweis dafür, wie viel in diesen drei Wochen zwischen den Studierenden passiert ist.
Ein Teil davon war der bunte Mix an Nationalitäten in der Gruppe. Immer wieder haben Teilnehmende etwas aus ihrer eigenen Sprache mit den anderen geteilt. Ein paar Wörter, kleine Redewendungen, wie man „Danke“ oder „Hallo“ in der eigenen Muttersprache sagt. Ein Teilnehmer hat der Gruppe sogar ein paar Gebärden in American Sign Language beigebracht, einfach weil die anderen neugierig gefragt hatten. Auch die mexikanische Gruppe hat ihre Kultur geteilt, mit eigenen T-Shirts und typischen Süßigkeiten aus Mexiko für alle. Solche Gesten waren nicht Teil des Programms, sondern kamen einfach aus der Gruppe selbst und zum Abschied bekam das gesamte Organisationsteam von der Gruppe sogar einen Brief, in dem jede und jeder eine kleine handschriftliche Nachricht hinterlassen hatte. Ein schöner Beweis dafür, dass die drei Wochen für die Studierenden genauso viel bedeutet haben wie für uns.
Fachlich stand natürlich das Programm selbst klar im Vordergrund: Die Firmenbesuche bei Villeroy & Boch, Hager und Saarstahl gaben den Studierenden einen direkten Einblick in saarländische Unternehmen von Keramik und Design über Elektrotechnik bis zur Stahlindustrie. Viele haben zum ersten Mal live erlebt, wie deutsche Unternehmenskultur funktioniert: klare Strukturen, direkte Kommunikation, aber auch eine Gastfreundlichkeit im Empfang, die einige so nicht erwartet hatten. Dazu kam ein Ausflug zur Völklinger Hütte, dem UNESCO-Weltkulturerbe der Region: zwischen alten Hochöfen und Industriegeschichte ein Stück deutsche Kultur und Geschichte hautnah erleben, abseits von Vorlesungssaal und Firmengelände.

Zeitlich fiel das Programm mitten in die Fußballweltmeisterschaft, was für zusätzlich gute Stimmung gesorgt hat. Gemeinsame Länderspielabende am Staden oder am Markt wurden schnell zu kleinen sozialen Highlights, unabhängig davon, welches Nationalteam gerade gespielt hat.
Wenn ich auf die drei Wochen zurückblicke, war es für mich als HiWi vor allem spannend zu sehen, wie aus einem Programm mit festem Zeitplan eine Gruppe wurde, die sich am letzten Tag selbstständig an einen Tisch gesetzt hat. Genau das macht die International Summer School aus: fachliche Einblicke in saarländische Unternehmen und deutsche Arbeitskultur, verbunden mit einem studentischen Miteinander, das man nicht vorausplanen kann. Es entsteht einfach.
Die International Summer School 2026 wurde vom 16.06. bis 03.07.2026 unter dem Motto „How to Start Your Career in Germany“ vom Zentrum für Sprachen und Interkulturelle Kommunikation der htw organisiert und in Verantwortung von Dr. Julia Frisch durchgeführt. Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen hauptsächlich von Partnerhochschulen der htw: Southern Oregon University (USA), Universidad Autónoma de Yucatán (Mexiko) und Uniwersytet Ekonomiczny w Krakowie (Polen). Außerdem war die ISS 2026 Teil des DAAD-Sommerschul-Programms, worüber wir einen Teilnehmer aus Luanda (Angola) begrüßen konnten.

Ein herzliches Dankeschön geht, neben den beteiligten Unternehmen, vor allem an die Lehrenden, die das Programm mit Workshops und Vorlesungen bereichert und den Teilnehmenden echte Einblicke in das Studieren an der htw saar ermöglicht haben: Prof. Dr. Malte Beinhauer, Dr. Farah Corona-Strauß, Prof. Dr. Petra Garnjost, Tobias Grün, Prof. Dr. Alexander Pöschl, Dr. Yuliya Stodolinska, Melina Wittki und Linus Wrona. Und nicht zuletzt auch ein großes Danke an das International Office, insbesondere Linus Wrona und Miriam Renner, die trotz der Herausforderungen der Hitzewelle(n) ein tolles Freizeit- und Kulturprogramm realisiert haben.
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