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Ein Kinotag für saarländische Heimkinder

Popcorn, Würstchen, Getränke, kleine Gewinnspiele und ein Kino-Film: Rund 600 Heimkinder aus dem Saarland kamen am 26. Januar 2019 nach Saarbrücken, um im Cinestar einen unvergesslichen Tag zu erleben. Vor 14 Jahren setzte Elektro-Meister Lothar Lemon, selbst in einem Heim aufgewachsen, seine Idee von einem Kinotag für Heimkinder erstmals um. In diesem Jahr fand das 15-jährige Jubiläum statt und das sollte ganz besonders werden.

Jonas Karr, Julia Klär, Franziska Lehmon, Sebastian Pink studieren Wirtschaftsingenieurwesen im 5. Semester und haben das Projekt von Franziska Lehmons im Rahmen des Wahlfaches Service Learning daher tatkräftig unterstützt. „Es ist mal was anderes als die Fächer, die wir sonst haben“, so Sebastian Pink. „Für den Kinotag haben wir 700 Kinder aus den saarländischen Heimen eingeladen und das komplette Rahmenprogramm organisiert: Geschenke, Popcorn, Tanzauftritt, Torwandschießen und vieles mehr. Und das natürlich alles möglichst kostengünstig – das war eine große Herausforderung“, erklärt Julia Klär. Auch wenn die Studierenden viele Rückschläge während der Vorbereitungen erlitten haben, am Ende hat es sich gelohnt. „Es ist schön, anderen eine Freude zu machen und zu sehen, dass die Kinder happy sind“, so das Fazit von Franziska Lehmon.

Die Saarbrücker Zeitung berichtete über den Kinotag für Heimkinder

 

Das Organisationsteam des Kinotags für Heimkinder

 

Laura Kuhfus, Laura Wallrich, Sabrina Kleeman und Olivia Jaron hingegen unterstützten im Rahmen von Service Learning den Förderverein Myanmar e.V. bei der Durchführung ihres Tourism Assistant Projects vor Ort. Über fünf Jahrzehnte war Myanmar ein abgeschottetes Land. Erst vor wenigen Jahren öffnete es sich der Welt und lockt mit seinen faszinierenden Pagoden, den atemberaubenden Landschaften und seinen freundlichen Bewohnern nun immer mehr Touristen an. Genau hier setzt der Förderverein Myanmar e.V. mit dem Tourism Assistant Project an. Dieses bildet junge Burmesen in neun Monaten zu Tourismus-Assistenten aus und verhilft ihnen so zu Arbeitsmöglichkeiten im boomenden Tourismussektor.

Zum dritten Mal reiste im Herbst 2019 eine Studierendengruppe der htw saar für sechs Wochen nach Mandalay. „Unsere Aufgabe war es, angehende einheimischen Touristikfachkräften in Betriebswirtschaft, Englisch und Deutsch zu unterrichten“, erklärt Laura Kuhfus. Hierfür hat sie gemeinsam mit ihren Kommilitoninnen vorab einen Lehrplan erstellt und die Unterrichtsstunden vorbereitet. Außerhalb des Unterrichts konnten die vier Studentinnen gemeinsam mit ihren Tourismusschülern Land und Kultur kennenlernen. Das Service Learning Projekt war für alle vier ein unvergessliches Erlebnis: „Wir konnten eine andere Kultur kennenlernen und interkulturelle Kompetenzen entwickeln. Es war eine große Chance in Myanmar unterrichten zu dürfen. Es steckt so viel Arbeit dahinter, allein zwei Stunden vorzubereiten ist sehr anstrengend“, erzählt Laura Wallrich. „Wir wurden total herzlich aufgenommen, haben Freundschaften geschlossen, hatten viele persönliche Gespräche und so viel Spaß zusammen. Wir hatten das Gefühl ‚Wir sind bei Freunden und ihr zeigt uns, wie ihr lebt‘“, schwärmt Laura Kuhfuss. „Wir können dankbar dafür sein, wie wir in Deutschland leben und wir sind dankbar dafür, an der htw saar studieren zu können“, ergänzt Sabrina Kleemann abschließend.

Ganz egal welches Projekt die Studierenden bearbeitet haben, eines haben sie gemeinsam: Die Teilnahme an einem Service Learning Projekt können alle uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

Die Studierendengruppe unterstützte im Rahmen von Service Learning den Förderverein Myanmar e.V. bei der Durchführung ihres Tourism Assistant Projects vor Ort.

 

Service Learning

Service Learning ist eine Lehrmethode, die Engagement für die Gemeinschaft mit fachlichem Wissen verbindet. Bereits seit 2011 haben Studierende der htw saar die Möglichkeit, im Rahmen dieses Lehransatzes Projektpartnern einen „Service“ durch Problemlösungen anzubieten und dabei ihr im Studium erlerntes Wissen anzuwenden. Zusätzlich ermöglicht das Projekt die Entwicklung und Erweiterung sozialer Sensibilität und sozialer Verantwortung.

Am 30. Januar 2019 fand an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die Abschlussveranstaltung der aktuellen Projektphase statt, bei der die Studierenden ihre Service Learning-Projekte und Ergebnisse vorstellten. Dekan Prof. Dr. Steffen Hütter und Betreuer Gerd Weisgerber zeigten sich von dem Engagement der Studierenden beeindruckt. „Es ist mir sehr wichtig hier zu sein. Auch wenn wir eine Business School sind, haben wir nicht nur Profit im Kopf, sondern sehen den Gedanken an unsere Mitwelt als integralen Bestandteil unserer Vision. Als Fakultät möchten wir einen Mehrwert schaffen für Gesellschaft, Umwelt und Unternehmen. Wir möchten unsere Absolventen dazu befähigen, verantwortungsvoll zu handeln“, so Dekan Hütter.

Im kommenden Sommersemester können Studierende aller Fakultäten der htw saar wieder an Service Learning-Projekten teilnehmen. Interessierte wenden sich an Gerd Weisgerber.

Alle Informationen zu Service Learning an der htw saar

 

 

Übersicht der Service Learning-Projekte im Wintersemester 2018/19:

  • Unterstützung der Ausbildung von Tourismusfachleuten in Myanmar
  • Organisation eines kostenlosen Kinotages für Heimkinder
  • Vorschläge zur energetischen Sanierung der Gebäude des AWO Jugendwerkes in Ludweiler
  • Umsetzung der berufsgenossenschaftlichen Anforderungen und der Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung in der Tafel Homburg
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