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Du kannst mehr!

Mädchen ins Büro und Jungen in die Autowerkstatt – noch immer lässt sich bei der Berufswahl oft die klassische Rollenverteilung erkennen. Junge Schülerinnen und Schüler, die Alternativen kennenlernen und Vorurteile über Bord werfen möchten, konnten sich am 28. März 2019 beim Aktionstag Girls‘ Day / Boys‘ Day in vermeintlich geschlechtsuntypischen Studiengängen an der htw saar versuchen.

Wie in den vergangenen Jahren erhielten Mädchen spannende Einblicke in naturwissenschaftliche und technische Studienfächer. Die Jungen konnten unterdessen in erzieherische, soziale und pflegerische Tätigkeiten hineinschnuppern.

Insgesamt gab es fünf Girls‘ Day und ein Boys‘ Day Angebote. Trotz des frühen Termins in diesem Jahr wurden die Workshops sehr gut angenommen und waren mit insgesamt 82 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fast restlos ausgebucht.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat der Aktionstag gut gefallen. Einige Mädchen und Jungen können sich gut vorstellen, später einmal das, was jetzt nach Spaß aussieht, im Beruf zu machen.

 

 

Folgende Workshops wurden beim Girls Day‘ / Boys‘ Day 2019 angeboten:

Catch the Moon – Bau Dir Dein eigenes Fernrohr

Prof. Dr.-Ing. Barbara Hippauf entführte die Schülerinnen in die Welt der Astronomie. Im Labor Technische Physik bauten sie ihr eigenes Teleskop mit dem man im Nachthimmel nicht nur den Mond, sondern auch den Jupiter mit den größten Monden und sogar ansatzweise die Saturnringe sehen kann. Natürlich wurde auch erklärt, wie ein Teleskop funktioniert. Das im Workshop selbstgebaute Teleskop durften die Mädchen sogar mit nach Hause nehmen.

Wie entstehen Blitze? Was ist eine elektronische Schaltung?

Bei einer beeindruckenden Vorführung von Prof. Dr.-Ing. Marc Klemm, bei der es auch schon mal geknallt hatte und sehr laut wurde, konnten die Teilnehmerinnen die Faszination von Hochspannung hautnah erleben. Danach ging es weiter zu Prof. Dr. Oliver Scholz und Dipl.-Ing. Timo Schwindt, die den Weg von der Idee zur fertigen Schaltung erklärten. Im Anschluss konnten die Mädchen selbst eine Elektronik-Platine erstellen, die sie mit nach Hause nehmen durften. Zum Anschluss wurden die Teilnehmerinnen noch mal gefordert mit einem „elektronischen Daumenkino“, für dessen Film sie an einem PC kreativ wurden.

Einführung in die Welt der Mikrobiologie

Das Team des Labors für Bio-und Umweltverfahrenstechnik entführte die Teilnehmerinnen in die spannende Welt der Mikroorganismen und weiterer interessanter Phänomene der Biologie. Die Mädchen setzten selbst Nährmedien für unterschiedliche Mikroorganismen an, überprüften, in welchem Ausmaß Bakterien von Person zu Person übertragen werden und wie hoch die Bakterienbelastung auf verschiedenen Gegenständen ist. Außerdem wurden die DNA, also das genetische Material, einer Tomate extrahiert und Versuche mit Kunstblut durchgeführt.

Leicht und Weit – Brückenbau mit Papiermodellen

Dieser Workshop war ein ganz neues Angebot der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen. Hier wurden prinzipielle Konstruktionsprinzipien im Brückenbau erläutert – nämlich wie man mit möglichst geringem Materialeinsatz (Eigengewicht) hohe Tragfähigkeiten und Steifigkeiten erreicht. Auf dieser Basis erstellten die Teilnehmerinnen in Gruppenarbeit Papierbrückenmodelle (Materialvorgabe: nur DIN A3 Papierbögen und Kleber). Diese Brückenmodelle wurden einer Probebelastung unterzogen. Das Team, das das Modell mit der größten Tragfähigkeit bezogen auf sein Eigengewicht gebaut hat, erhielt einen Preis.

LEGO® MINDSTORMS®-EV3 Roboter – selbst programmieren!

Die Teilnehmerinnen des Workshops von Mario Korherr hatten viel Spaß daran, selbst Roboter zu programmieren. Sie lernten wie man einen Roboter mit Sensoren bestückt, damit er auf Berührung, Helligkeitsunterschiede und Hindernisse reagiert. Mithilfe einfacher Software zeigten die Mädchen ihren LEGO® MINDSTORMS®-EV3 Roboter dann, wo es lang geht.

Was hat Statistik mit Gesundheitswissenschaften zu tun?

Die Jungen erfuhren bei Prof. Dr. Iris Burkholder, dass Pflege und Gesundheit auch Aufgabengebiete für Statistiker sind –z.B. wenn es um die Entwicklung medizinischer Tests oder die Erhebung von Daten über die Wirksamkeit eines Medikaments geht. Im Skillslab übten sie außerdem den Umgang mit pflegebedürftigen Menschen und probierten aus, wie es sich anfühlt, mit einem Rollstuhl zu fahren.

 

Wir hoffen, dass wir das ein oder andere Mädchen in den Hörsälen der Fakultät für Ingenieurswissenschaften bzw. den ein oder anderen Jungen bei den Sozialwissenschaften sehen werden und bedanken uns bei allen Akteuren für den gelungenen Aktionstag!

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