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#LecturesForFuture – Der nachhaltige Konsum

Fridays For Future – unter diesem Slogan fordern seit Monaten Schülerinnen und Schüler in aller Welt dazu auf, aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen. Dass dieser weitreichende Konsequenzen für Mensch und Umwelt bereits hat und noch haben wird, ist in der Wissenschaft unbestritten. Wissenschaftler weisen mit der Initiative „Scientist For Future“ ebenfalls auf den akuten Handlungsbedarf hin und unterstützen die Positionen der Jugendlichen. Mit der an der Hochschule Rhein-Waal ins Leben gerufenen Aktion #LecturesForFuture können sich Professorinnen und Professoren an der Bewegung beteiligen: Vom 14. bis 20. Juni 2019 stellen Lehrende ihre Veranstaltungen an Universitäten und Hochschulen unter das Motto #LecturesForFuture und rücken den Klimawandel inhaltlich in den Fokus.

Mit Marktforschung und Konsumentenverhalten gegen den Klimawandel?

Auch an der htw saar fand eine solche Lecture for Future statt. Prof. Dr. Hellen Gross, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaft und Nonprofit Management, stellte in ihrer Vorlesung “The sustainable consumer” im Rahmen des Bachelor-Studienganges Internationale Betriebswirtschaft am 17. Juni 2019 den nachhaltigen Konsumenten und dessen Kaufverhalten in den Vordergrund. Was nachhaltiges Verhalten für die Studierenden bedeutet, beschreibt Studentin Desislava Marinova: ‘The basic concept of sustainability is meeting the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own.’ Schnell wurde deutlich, dass auch die Studierenden mit ihren täglichen Kaufentscheidungen den Klimawandel anheizen. Nicht nur der Flug in den Urlaub, sondern auch ein intensiver Konsum von Fleisch- und Milchprodukten begünstigen beispielsweise den Klimawandel. 

Laut einer Studie des globalen Marktforschungsunternehmen Nielsen sagen 73% der Verbraucherinnen und Verbraucher, sie würden ihr Konsumverhalten definitiv ändern, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Doch warum tun wir dies dann nicht?

Warum wird aus „guten“ Absichten kein „gutes“ Verhalten?

Erklärungen, warum wir unsere guten Intentionen oftmals nicht in gute Taten umsetzen können, liefert Forschung aus der Psychologie und der Verhaltensökonomik: Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt, auf kurzfristige Probleme und nicht auf langfristige Risiken zu reagieren. Wir neigen dazu, Informationen nicht aus Wissensgründen zu suchen, sondern um unsere bereits etablierten Standpunkte zu unterstützen. Selbstbeherrschung ist ein großes Problem für Menschen. Dies bestätigt auch Studentin Desislava Marinova: ‘Being sustainable and thinking about your choices and actions beforehand is difficult. Changing your lifestyle is difficult. Going an extra mile and being more involved, considerate and eco-friendly is difficult. And exactly that is why I not only find the #LectureForFuture extremely helpful but I also think that it is a great beginning of a discussion that has to be led – a discussion about our future.

Was tun?

Die Vorlesung zeigte Ideen auf, wie das menschliche Verhalten durch kleine Anstöße – sogenannte „Nudges“ – ohne dabei auf Verbote zurückgreifen zu müssen, verändert werden kann, welche Handlungsempfehlungen Klimaexperten geben und wie andere Länder versuchen, den Klimawandel zu stoppen. So ginge die Studierenden mit einem kleinen Instrumentenkoffer aus der Vorlesung, deren Anwendung nun im Alltag getestet werden kann. Desislave Marionva zieht aus der Vorlesung daher folgendes Fazit: ‘Having attended this lecture gave me new motivation, it showed me that change is already happening as we speak, and it encouraged me to be more persistent and practice what I preach.’

 

Mit SR3 sprach Prof. Dr. Hellen Gross über das Thema Lectures for Future im Podcast „SR 3 am Mittag“
(ab Min. 03:45)

 

Am 17. Juni 2019 hielt Prof. Dr. Hellen Gross eine Vorlesung im Rahmen der Aktion #LecturesForFuture

 

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