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Einfach mal machen ….

Jeder hat es gehört oder gelesen: Die Ozeane erwärmen sich. Unter dem Titel „Record-Setting Ocean Warmth Continued in 2019“ zeigen 14 Wissenschaftler in einer Veröffentlichung in Advances in Atmospheric Sciences, dass der Wärmeinhalt der Ozeane kontinuierlich zunimmt. Das ist dadurch zu erklären, dass die Ozeane den Temperaturanstieg in unserer Atmosphäre puffern. Sie nehmen 90% der Wärme auf, die als Folge des durch den steigenden Kohlenstoffdioxidgehalt verstärkten Treibhauseffekts zusätzlich in der Atmosphäre verbleiben. Zusammen mit den restlichen 10%, die in der Atmosphäre verbleiben, hinterlässt der Klimawandel deutliche Spuren. Extreme Wetterereignisse, Sturm, Regen, Trockenheit, Eisschmelze, Meeresspiegelanstieg sind Folgen eines Wirtschaftswachstums basierend auf fossilen Brennstoffen.

 

Abbildung: Der Wärmeinhalt der Ozeane nimmt zu. Die Veränderung der physikalischen Bedingungen im Ozean führt unsere Ökosysteme an die Grenzen der Belastungsfähigkeit.

Heute messen wir eine Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Atmosphäre wie vor einigen Millionen Jahren. Der Mensch hat sich quasi zurück in die Urzeit katapultiert. Eine Umkehr ist jetzt nicht mehr möglich und selbst die Reduktion der Kohlenstoffdioxid-Emissionen ist für uns eine schwierige Aufgabe.

Dabei gibt es eine Alternative. Die Sonnen liefert tausendfach mehr Energie als wir im Durchschnitt verbrauchen. Der Studiengang „Erneuerbare Energie/Energiesysteme“ an der htw saar qualifiziert heute Ingenieure in diesem Wissenschaftsfeld. Es ist ein anspruchsvoller Ingenieursstudiengang für Querdenker, die vielleicht einfach einmal unsere Zukunft gestalten.

Einen Beitrag müssen wir aber alle leisten: Weniger Energie verbrauchen und keine fossilen Energieträger nutzen! Es gibt Alternativen, auch für Treibstoffe, https://www.htwsaar.de/ingwi/labore/Labore-studienbereich-maschinenbau/forschungszentrum-aquakultur/energetic-algae.

 

Abbildung: Die Zunahme des Wärmeinhalts der Ozeane ist dramatisch. Die Energie, die jährlich zusätzlich in den Ozeanen gespeichert wird beträgt das Vierzigfache der Energie, die wir in einem Jahr weltweit verbrauchen. im übrigen: 1 Zettajoul sind 1,000,000,000,000,000,000,000 Joule.

Die dramatischen Folgen der klimatischen Veränderungen erleben wir heute jeden Tag. Es ist notwendig, einen weiteren Anstieg der atmosphärischen Kohlenstoffdioxidkonzentration zu verhindern und damit einer weiteren Ozeanerwärmung entgegenzuwirken. Schaffen wir es nicht, den Temperaturanstieg auf 2°C zu begrenzen, wird der Fischereiertrag laut einer aktuellen Veröffentlichung in Science Advances nicht nur um 15 % sondern um 60 % abnehmen.

Das Meer, das 70% unserer Erdoberfläche bedeckt, liefert heute aufgrund der Überfischung sowieso schon weniger als für die Versorgung der Menschen notwendig wäre. Aquakulturen füllen heute die Lücke auf, kommen aber aufgrund unzureichender Technologien in berechtigte Kritik. Deshalb befasst sich eine Gruppe von Weiterdenkern, von Wissenschaftlern an der htw saar, im Institut für Physikalische Prozesstechnik mit innovativen Technologien für die Aquakultur.

 

Abbildung: Die weltweite Versorgung durch Aquakultur und Fischerei (Daten der Food and Agriculture Organisation, FAO).

Ob es sich um neue Ideen für eine verantwortliche Aquakultur in Kreislaufanlagen handelt, http://oceancube.info, oder, ob große Schiffe auf dem Ozean Fisch produzieren, https://htwsaar-blog.de/blog/2017/07/21/schiffaquakultur/, die htw saar denkt voraus für eine sichere Lebensmittelversorgung in der Zukunft.

Denn, die durch den Klimawandel gestressten Ökosysteme brauchen dringend eine Atempause, um sich von den viel zu schnellen Veränderungen der Biosphäre erholen zu können. Entlastung der natürlichen Ressourcen ist heute eine verantwortungsvolle Aufgabe der Ingenieurwissenschaft.

Es kommt aber noch besser: Die Schiffaquakultur wird nach neusten Planungen der htw saar fast ausnahmslos mit regenerierbarer Energie betrieben werden können. Große Segelschiffe, https://nextgeneration-cargo.com, Prozessschiffe, die vom Wind angetrieben werden, werden einen Beitrag zur Ernährung leisten. Eine Idee der htw saar und ein Ergebnis interdisziplinärer Zusammenarbeit in einer modernen Hochschule, die Verantwortung für die Zukunft übernimmt.

Wir können nicht abwarten. Die wissenschaftlichen Daten zeigen unzweideutig, dass es Zeit ist, einfach mal zu machen.

 

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